In seiner Predigt auf dem Platz vor der Kathedrale der galicischen Stadt fügte Benedikt beschwörend hinzu: "Es ist nötig, dass der Name Gottes unter dem Himmel Europas freudig wieder erklingt."

Tragisch sei die Überzeugung, dass Gott der Gegenspieler des Menschen und Feind seiner Freiheit sei, sagte der Papst in seiner Predigt. Das Europa der Wissenschaft und Technologien, der Kultur und der Zivilisation müsse auch für Religion offen sein. Es gehe ihm um eine Erneuerung des Glaubens in der verweltlichten Gesellschaft.

Das 83-jährige Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche war bei seiner Ankunft von Kronprinz Felipe und Prinzessin Letizia begrüsst worden. Längs der Strasse vom Flughafen zur Kathedrale von Santiago de Compostela feierten Tausende von Gläubigen das Kirchenoberhaupt.

Mit dem Besuch der Pilgerstätte reihte sich der Papst unter all jene ein, die im Laufe der Jahrhunderte bereits in den Wallfahrtsort gekommen waren.

Pilgern ist kein Hobby

"Pilgern heisst nicht einfach irgendeinen Ort aufsuchen, um seine Naturschönheiten, Kunstschätze oder seine Geschichte zu bewundern", sagte der Papst in der Kathedrale. Er ermahnte dazu, Pilgern nicht als eine Art beliebte Freizeitbeschäftigung zu sehen, sondern als religiösen Akt.

Das Kirchenoberhaupt hatte die zwölf Kilometer lange Strecke zur Kathedrale im "Papamobil" zurückgelegt. Das Gotteshaus ist Ziel der Pilger auf dem Jakobsweg. Dort soll sich das Grab des Apostels Jakob, des Schutzheiligen Spaniens, befinden. Der Jakobsweg erfreut sich seit einigen Jahren grosser Beliebtheit.

Weihe der Sagrada Familia

Benedikt XVI. wollte am Sonntag dann in Barcelona einen Gottesdienst in der Sagrada Familia halten. Die monumentale Kirche, an der seit 128 Jahren gebaut wird, sollte nun vom Papst geweiht und offiziell zur Basilika erhoben werden. Dieses Werk des Architekten Antoni Gaudí (1852-1926) gilt als der bedeutendste Kirchenneubau unserer Zeit.