Weihnachtsfeiern

Papst entzündet das Friedenslicht im Vatikan zu Weihnachten

Papst Benedikt XVI. entzündet das Friedenslicht am Fenster seines Arbeitszimmers

Papst Benedikt XVI. entzündet das Friedenslicht am Fenster seines Arbeitszimmers

Weihnachten im Vatikan: Auf dem Petersplatz erstrahlt der prunkvoll geschmückte Weihnachtsbaum, die monumentale Krippenlandschaft ist enthüllt. Beide stammen in diesem Jahr aus Süditalien.

Zum Zeichen des Friedens entzündete Papst Benedikt XVI. am Fenster seines Arbeitszimmers im Apostolischen Palast über dem Petersplatz ein Licht. Benedikt grüsste am Heiligen Abend die zahlreichen Gläubigen auf dem Platz, wo Beifall aufbrandete.

Die Christmette am späteren Abend ist dann der erste Höhepunkt der Weihnachtsfeierlichkeiten im Vatikan. Aus Rücksicht auf das Alter des 85-jährigen Papstes wurde der Beginn erneut auf 22 Uhr vorverlegt.

Am Weihnachtstag verkündet Benedikt seine traditionelle Weihnachtsbotschaft, spendet den Segen "Urbi et Orbi" und verliesst in Dutzenden Sprachen Weihnachtsgrüsse.

Feiern in Bethlehem

Tausende Christen aus aller Welt nahmen an den traditionellen Weihnachtsfeierlichkeiten im Heiligen Land teil. In Bethlehem kam am Nachmittag eine Prozession unter Leitung des lateinischen Patriarchen Fuad Twal an und wurde dort feierlich von christlichen Würdenträgern in Empfang genommen.

Die Wagenkolonne mit etwa 40 Fahrzeugen war aus Jerusalems Altstadt in das wenige Kilometer entfernte Bethlehem gefahren. Twal, der in schwarz und purpur gekleidet war, ist der höchste Repräsentant des Vatikans im Heiligen Land.

Auf dem Krippenplatz vor der Geburtskirche in Bethlehem feierten gläubige Christen die Ankunft der Prozession. Mit Dudelsäcken und Trommeln zogen palästinensische Pfadfinder durch die Strassen der historischen Stadt, bevor Chöre aus aller Welt Weihnachtslieder sangen.

Nach christlicher Überlieferung wurde Jesus in der Grotte geboren, die sich unter dem Altar der Kirche aus dem 6. Jahrhundert befindet. Nach Angaben der palästinensischen Tourismusministerin Rula Maaja sind in diesem Jahr etwa 15'000 Pilger aus aller Welt zu Weihnachten nach Bethlehem gekommen.

Besorgt über Lage in Nahost

Zum Höhepunkt der Feierlichkeiten zelebriert Twal an Heiligabend in der Katharinenkirche die traditionelle Mitternachtsmesse. In seiner Weihnachtsbotschaft hatte Twal seine Erschütterung über die jüngste Eskalation der Gewalt zwischen Israel und der im Gazastreifen herrschenden Palästinenserorganisation Hamas geäussert.

"Die Situation im Nahen Osten macht uns ratlos", sagte er. Mit Blick auf den Bürgerkrieg in Syrien fügte er hinzu: "Die Freude an Weihnachten wird von der unglaublichen Gewalt in Syrien überschattet."

Die Anerkennung Palästinas als Beobachterstaat sei hingegen "ein erster Schritt in Richtung Frieden und Stabilität in der Region", sagte Twal. "Israel wird auf Augenhöhe mit einem anderen Staat zum Wohle aller verhandeln können." Die zweite und damit letzte Amtszeit von US-Präsident Barack Obama müsse zu einer Zwei-Staaten-Lösung im Nahen Osten führen.

Weihnachtsgrüsse Netanjahus

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wünschte Christen in aller Welt frohe Weihnachten. "Die christlichen Gemeinden im Nahen Osten schrumpfen heute und viele von ihnen sind in Gefahr", sagte der Regierungschef am Montag in einer Videobotschaft.

In Israel gebe es hingegen eine "starke und wachsende christliche Gemeinschaft". Deren Rechte wolle man weiter tolerieren und schützen.

Nach Angaben des Statistikbüros leben in Israel etwa 158'000 Christen. Sie machen etwa zwei Prozent der Bevölkerung aus. Mehr als 80 Prozent der israelischen Christen sind Araber. Bei den übrigen 20 Prozent handelt es sich um Menschen, die mit ihren jüdischen Angehörigen nach Israel eingewandert sind. Die meisten Christen, etwa 22'400, leben laut Statistik in Nazareth.

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