Die Todesursache war zunächst unklar. Schenuda litt jedoch schon seit Jahren an Gesundheitsproblemen und war in den vergangenen Jahren mehrfach zu medizinischer Behandlung ins Ausland gereist. Vergangene Woche hatte er seine wöchentliche Predigt absagen müssen.

Schenuda war Ende 1971 zum Papst von Alexandria und zum Patriarchen der koptisch-orthodoxen Kirche gewählt worden. Die Kopten sind die grösste christliche Gemeinde im Nahen Osten und machen in Ägypten knapp zehn Prozent der Bevölkerung aus. Weltweit gehören knapp zehn Millionen Menschen der koptischen Kirche an.

Die Kopten fühlen sich in Ägypten von der muslimischen Bevölkerungsmehrheit unterdrückt und diskriminiert. Immer wieder kommt es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Muslimen und Christen.

Anfang vergangenen Jahres waren vor einer Kirche in Alexandria in der Silvesternacht mehr als 20 Menschen bei einem Bombenanschlag getötet worden. Im Oktober kam es in Kairo im Anschluss an eine zunächst friedliche Demonstration koptischer Christen gegen einen Brandanschlag auf eine Kirche zu schweren Zusammenstössen zwischen Kopten, Muslimen und den Sicherheitskräften. Dabei starben 25 Menschen, die meisten davon Christen.