Griechenland

Papandreou sieht Sparkurs durch Kommunalwahlen bestätigt

Der griechische Premier Papandreou will 2013 noch einmal alles geben

Der griechische Premier Papandreou will 2013 noch einmal alles geben

Der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou sieht sich durch die Erfolge seiner Sozialisten bei den Kommunalwahlen in seinem Sanierungskurs bestätigt. Neue Sparmassnahmen sollen nun in Kürze folgen.

"Die Bürger haben uns gezeigt, dass wir unsere Bemühungen, das Land vom Bankrott zu retten, fortsetzen sollen", sagte Papandreou nach dem Sieg seiner Partei bei der zweiten Wahlrunde im Fernsehen. Die Wähler seien den Oppositionsparteien nicht gefolgt, die alle die Vereinbarung zwischen Griechenland, der Europäischen Union und dem Internationalen Währungsfonds scharf angegriffen hatten.

Papandreou kündigte an, seine Regierung werde ihre vierjährige Amtszeit vollständig ableisten. "Wir haben wertvolle Zeit erhalten, um den kommenden drei Jahren Veränderungen herbeizuführen, die es in Jahrzehnten nicht gegeben hat", sagte der Regierungschef.

Die Freude über den Sieg hielt sich jedoch in Grenzen. Experten der EU, des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Zentralbank (EZB) begannen eine Kontrolle der Bücher.

In der griechischen Presse wurden Befürchtungen laut, dass die Griechen in den kommenden Monaten abermals den Gürtel enger schnallen müssen. "Tiefes Einatmen angesichts neuer harter Sparmassnahmen", titelte am Montag die linksliberale Athener Zeitung "Eleftherotypia".

Wichtige Positionen erobert

Papandreous Panhellenische Sozialistische Bewegung (PASOK) hatte am Sonntag in der Stichwahl wichtige Positionen erobert. Erstmals seit 24 Jahren stellen sie mit Giorgos Kaminis in Athen wieder den Bürgermeister.

Auch in Thessaloniki, der zweitgrössten griechischen Stadt, stellen erstmals seit 1986 wieder die Sozialisten und kleinere linke Parteien den Bürgermeister. Die beiden Städte galten als Hochburgen der Konservativen.

Die Sozialisten gewannen zudem die Stichwahl um das Amt des Regionalgouverneurs in der bevölkerungsreichsten Region um Athen. Im Grossraum Athen leben fast 40 Prozent der Griechen.

Wie das Innenministerium am Montagmorgen mitteilte, gewannen die Sozialisten in 8 von 13 Regionen des Landes. Die Wahlbeteiligung erreichte mit nur knapp 40 Prozent einen historisches Tiefstand in Athen.

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