Die Panzer seien vom Süden her in die über 500'000 Einwohner zählende Stadt Hama vorgerückt, berichtete ein Anwohner. Sie seien von Assad-treuen Einheiten wie den Schabbiha-Milizen begleitet worden.

Der Panzer-Beschuss habe sich auf das Viertel al-Hader konzentriert. Es war eines der Zentren eines Aufstandes der Muslimbruderschaft gegen Assads Vater und Vorgänger Hafis al-Assad. Bei der Niederschlagung der Revolte waren vor bald 30 Jahren Tausende Menschen getötet worden.

"Alle Kommunikationswege sind abgeschnitten", sagte der Anwohner per Satellitentelefon. Das Regime nutze es aus, dass die Medien sich auf den gleichentags begonnenen Prozess gegen Husni Mubarak konzentrierten, um Hama fertigzumachen.

Mehrere Viertel beschossen

Rund 100 Panzer und Truppentransporter befänden sich auf der Strasse ins Zentrum von Hama, meldete Rami Abdel Rahman von der in London ansässigen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

Panzer besetzten unter anderem den Orontes-Platz. Dort hatten seit Beginn des Aufstandes gegen Assad vor fünf Monaten einige der grössten Demonstrationen stattgefunden.

Mehrere Viertel seien beschossen worden, und es seien heftige Explosionen zu hören gewesen, sagte ein anderer Bürgerrechtler, der von einem "wahren Krieg" sprach.

Immer mehr Einwohner fliehen aus Angst um ihr Leben. Seit Sonntag kamen in Hama nach Angaben von Aktivisten etwa 100 Personen ums Leben. Eine unabhängige Überprüfung der Zahlen ist nicht möglich, da ausländische Journalisten seit Beginn des Aufstands in Syrien nicht mehr frei reisen dürfen. Das Regime in Damaskus bezeichnete die Aktion in Hama als Massnahme zur Bekämpfung von "bewaffneten Banden".

Rahman von der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London berichtete weiter, dass auch die Ölstadt Deir al-Zor im Osten des Landes von rund 200 Panzern belagert werde.