Das zeige, dass er Rauch eingeatmet habe, als er noch am Leben war, sagte der palästinensische Generalstaatsanwalt am Samstag nach einem vorläufigen Autopsiebericht. Der Jugendliche habe auch eine Kopfwunde, diese habe aber nicht zum Tod geführt.

Nach dem Begräbnis des Jugendlichen am Freitagabend in Ostjerusalem war es zu schweren Auseinandersetzungen zwischen Palästinensern und der israelischen Polizei gekommen. Demonstranten warfen Steine und Molotowcocktails. Medien berichteten am Samstag von Dutzenden Verletzten.

Auch in Taibe im Nordosten Israels und in Dschaldschulia und Kalansuwa im Zentrum des Landes kam es zu Zwischenfällen. Dort stoppten wütende Araber den Verkehr, griffen jüdische Siedler an und setzten deren Autos in Brand, wie der Rundfunk meldete. In Jerusalem entspannte sich die Lage am Samstagvormittag wieder.

Polizei bestätigt Verdacht nicht

Die Leiche des Teenagers war am Mittwoch in einem Wald bei Jerusalem gefunden worden. Die Familie beschuldigt israelische Siedler, den Jugendlichen umgebracht zu haben.

Israelische Medien sprechen von einer möglichen Rache rechtsgerichteter Israelis für den gewaltsamen Tod von drei verschleppten jüdischen Jugendlichen.

Die israelische Polizei hat den Verdacht bislang nicht bestätigt. Es werde weiter in alle Richtung ermittelt und es sei eine Nachrichtensperre verhängt worden, sagte eine Polizeisprecherin am Samstag der Nachrichtenagentur AFP.

Harte Massnahmen gefordert

Im Westjordanland nahm die Gewalt ebenfalls zu. In Hebron und Nablus seien zwei Palästinenser von Siedlern attackiert worden, berichteten palästinensische Sicherheitskreise. Die Zeitung "Times of Israel" schrieb, Palästinenser in Hebron hätten sich aus Angst vor weiteren Angriffen zu einer Bürgerwehr zusammengeschlossen.

Der israelische Aussenminister Avigdor Lieberman forderte harte Massnahmen gegen die Randalierer. Auf Facebook schrieb er, man müsse eine klare Nachricht an jene senden, die Vorteile aus der israelischen Staatsbürgerschaft zögen, sich aber wie Terroristen benähmen.

Abermals Raketenbeschuss

Mutmassliche Islamisten aus dem Gazastreifen beschossen am Samstag abermals Israel. Eine Rakete und eine Mörsergranate seien im Süden des Landes eingeschlagen, ohne Schäden anzurichten, teilte das Militär mit.

Zuvor hatte die palästinensische Zeitung "Al-Quds" berichtet, die Hamas und Israel hätten sich unter ägyptischer Vermittlung auf einen Stopp der Angriffe binnen 72 Stunden geeinigt. Von offizieller Seite wurden die Berichte nicht bestätigt.