Jemen

Oxfam warnt vor massivem Anstieg der Cholera-Fälle im Jemen

Eine Ärztin behandelt Cholera-Patienten in einer Klinik in Sanaa. Seit Anfang Jahr sind im Jemen bereits rund 195'000 Menschen neu infiziert worden. (Bild vom 15. April)

Eine Ärztin behandelt Cholera-Patienten in einer Klinik in Sanaa. Seit Anfang Jahr sind im Jemen bereits rund 195'000 Menschen neu infiziert worden. (Bild vom 15. April)

Die Cholera-Epidemie im Jemen droht sich nach Angaben von Oxfam deutlich zu verschärfen. Die Hilfsorganisation warnte vor einem «massiven Anstieg» der Fälle. Seit Jahresbeginn seien bereits rund 195'000 Menschen neu infiziert worden.

In Jemen herrscht seit dem Jahr 2016 eine weitreichende Cholera-Epidemie, die bisher etwa 3000 Menschen das Leben gekostet hat. In einer Oxfam-Erklärung vom Donnerstag ist nun die Rede von "wachsender Angst" davor, dass der "schwerste Cholera-Ausbruch der Welt" sich noch einmal deutlich verschlimmern könnte.

Nach Angaben der Vereinten Nationen machen Kinder unter fünf Jahren fast ein Drittel der neu Erkrankten aus. Vom aktuellen Wiederausbruch sind sechs Regierungsbezirke des vom Krieg zerstörten Landes betroffen, darunter die Provinzen Hodeida und Sanaa.

Cholera ist eine bakterielle Infektion, die durch verseuchtes Wasser übertragen wird. Aufgrund der Kriegswirren haben die Menschen im Jemen oft keinen Zugang zu sauberem Wasser, was die Verbreitung der Krankheit begünstigt. Ärzten fällt es zudem schwer, die Betroffenen zu erreichen und zu versorgen.

Im Jemen herrscht seit Jahren Krieg zwischen den von Saudi-Arabien und anderen arabischen Staaten unterstützten Truppen von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi und schiitischen Huthi-Rebellen, hinter denen der Iran steht. In dem Konflikt wurden nach UN-Angaben schon mehr als 10'000 Menschen getötet. Hilfsorganisationen gehen davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Opfer bis zu fünfmal höher ist.

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