Bis Mittwoch stieg die Zahl der Sturmopfer in Nordamerika auf mindestens 51, davon allein 24 in New York City. Zudem wurde das Ausmass der Schäden deutlich: Der wirtschaftliche Gesamtschaden wurde auf bis zu 50 Milliarden Dollar geschätzt.

Auf dem weiteren Weg über das US-Festland brachte "Sandy" den Bundesstaaten Ohio, Pennsylvania und West Virginia heftigen Schneefall mit bis zu 90 Zentimetern Neuschnee. Für das Gebiet der Grossen Seen im Grossraum Chicago warnten die Behörden vor Schneestürmen und Überschwemmungen.

New York in Aufräumstimmung

Der Bürgermeister von New York, Michael Bloomberg, gab Durchhalteparolen aus und erklärte die Wiederherstellung des Stromnetzes und des öffentlichen Nahverkehrs zur obersten Priorität.

Die öffentlichen Buslinien nahmen am Mittwochmorgen wieder den Verkehr auf - und waren überfüllt mit New Yorkern auf dem Weg zur Arbeit. Im Norden Manhattans waren tausende gelbe Taxis unterwegs.

Insgesamt waren in New York jedoch noch immer eine halbe Million Menschen ohne Strom. Die Schulen blieben ebenso geschlossen wie die Autotunnel mit Ausnahme des Lincoln-Tunnels.

Die U-Bahnen standen weiter still, sollten am Donnerstag aber wieder teilweise den Betrieb aufnehmen, wie der Gouverneur des Staats New York, Andrew Cuomo, ankündigte. Nachdem die Schächte kilometerweit überschwemmt worden waren, wird es noch Tage dauern, das Wasser vollständig abzupumpen und den Abfall wegzuräumen.

Die Organisatoren des New York Marathons verkündeten, das internationale Strassenrennen am kommenden Sonntag solle wie geplant stattfinden. Am Mittwochabend sollten auch die Broadway-Theater wieder öffnen.

Auch New Jersey schwer getroffen

In New Jersey, wo der Sturm am Montagabend (Ortszeit) auf Land getroffen war, versuchten Einsatzkräfte Einwohner zu retten, nachdem dort eine Sturmflut zwei Städte unter Wasser gesetzt hatte.

Dort bot sich ihnen ein Bild der Verwüstung. Stromleitungen hingen ins Wasser, aus den Kanälen drang das Abwasser nach oben. Über zwei Millionen Menschen waren in New Jersey immer noch ohne Strom. Im ältesten US-Atomkraftwerk Oyster Creek wurde der Alarm aufgehoben.

Die Behörden hatten am Dienstag den Alarmzustand erklärt, weil die Hauptstromversorgung des wegen Wartungsarbeiten schon zuvor abgeschalteten Kraftwerks ausgefallen war und Überschwemmungen über die Dämme der Kühlwasserkanäle zu treten drohten.

Wahlkampf wieder aufgenommen

Nach kurzer Pause wegen des Sturms lief der Wahlkampf um das Amt des US-Präsidenten wieder an. Amtsinhaber Barack Obama besuchte am Mittwoch an der Seite des republikanischen Gouverneurs Chris Christie New Jersey, um sich vor Ort ein Bild von der Zerstörung zu machen und den vom Sturm betroffenen Mut zuzusprechen.

Obama trat als entschlossener Krisenmanager auf. Die Behörden rief er auf, den Betroffenen auch unkonventionell Hilfe zu leisten. "Ich möchte, dass Ihr die Bürokratie umgeht", sagte er den Helfern. "Zu diesem Zeitpunkt gibt es keine Entschuldigung für Untätigkeit."

Der Präsident sagte für den dritten Tag in Folge alle Wahlkampftermine ab, um sich um die Koordinierung der Aufräumarbeiten nach dem Sturm zu kümmern. Sein republikanischer Rivale Mitt Romney nahm seinen Wahlkampf am Mittwoch in Florida in vollem Umfang wieder auf.