Mehr als 350 Veranstaltungen rund um das Thema Umwelt soll es in diesem Jahr nun in der Stadt geben. Vor den Augen von Königin Sonja, Kronprinz Haakon und weiteren geladenen Gästen sagte Oslos Bürgermeisterin Marianne Borgen, ihre Stadt übernehme den Titel der Umwelthauptstadt Europas mit Stolz, aber auch im Bewusstsein grosser Dringlichkeit.

Die negativen Auswirkungen des Klimawandels würden immer sichtbarer. "Städte sind ein grosser Teil dieses Problems. Sie können aber auch ein Teil der Lösung sein. Sie müssen es sein", sagte sie. Der Schlüssel zu Oslos Erfolg sei die Bereitschaft seiner Einwohner, neue Lösungen zu testen.

EU-Umweltkommissar Karmenu Vella sagte dazu: "Wenn man durch die Stadt spaziert, wird klar, dass wir die richtige Entscheidung getroffen haben."

Ganzheitlicher Ansatz

Vergeben wird der Titel von der EU-Kommission. Sie liess sich von Oslos ganzheitlichem Ansatz überzeugen, der nicht nur Artenvielfalt und den öffentlichen Nahverkehr, sondern auch die soziale Integration und Gesundheit umfasse.

Die zuständige Jury lobte unter anderem die Wiedereröffnung und Renaturierung zahlreicher natürlicher Wasserwege und auch Oslos ambitionierte Ziele, seine Emissionen bis 2030 um 95 Prozent zu senken und bis 2050 gänzlich CO2-neutral sein zu wollen.

Nach Stockholm und Kopenhagen ist Oslo die dritte skandinavische Hauptstadt, die sich ein Jahr lang mit dem Titel schmücken kann. Mit Hamburg 2011 und Essen 2017 hatten ihn auch schon zwei deutsche Grossstädte inne, 2020 folgt dann Lissabon.

Obwohl die EU-Kommission den Titel ausspricht, kann er auch von Städten in Nicht-EU-Mitgliedstaaten getragen werden, die sich um einen Beitritt zur Europäischen Union bewerben oder wie im Falle Norwegens Mitglied des Europäischen Wirtschaftsraums sind.