Ägypten

Offizielles Ergebnis in Ägypten: Ex-Militärchef Al-Sisi siegt mit 96,9 Prozent

Anhänger von al-Sisi bejubeln am Dienstag in Kairo das Wahlergebnis

Anhänger von al-Sisi bejubeln am Dienstag in Kairo das Wahlergebnis

Der ehemalige Militärchef Abdel Fattah al-Sisi ist nach offiziellen Ergebnissen deutlicher Sieger der Präsidentenwahl in Ägypten. Wie die Wahlkommission am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Kairo bekanntgab, erhielt er 96,9 Prozent der gültigen Stimmen.

Der einzige Mitbewerber bei der dreitägigen Wahl in der vergangenen Woche, der Linkspolitiker Hamdien Sabahi, kam demnach auf 3,1 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 47,45 Prozent.

Der haushohe Sieg von al-Sisi kommt nicht unerwartet, bereits kurz nach der Wahl Ende Mai hatte das Staatsfernsehen gut 96 Prozent der Stimmen für den neuen starken Mann im Land vermeldet.

Auch wenn dies eine extrem hohe Zustimmungsrate ist, wirft die geringe Beteiligung einen Schatten auf die Wahl. Al-Sisi hatte sich bis zu 80 Prozent Wahlbeteiligung erhofft, die Wahllokale waren eigens einen Tag länger offen geblieben.

Al-Sisi will Stabilität zurückbringen

In einer Fernsehansprache sagte der Feldmarschall: "Jetzt ist es Zeit, mit der Arbeit zu beginnen, Ägypten besser zu machen und Stabilität zurückzubringen." Al-Sisi bedankte sich bei den Ägyptern, die sich "vor den Wahllokalen eingereiht haben, um die Zukunft des Landes zu gestalten".

Drei Jahre nach dem Sturz des ägyptischen Langzeitpräsidenten Husni Mubarak rückt mit al-Sisi wieder ein Mann aus dem Militär an die Spitze des Staates. Der einzige Zivilist an der Staatsspitze war bislang der Muslimbruder Mohammed Mursi.

Der Islamist hatte 2012 die erste Wahl nach dem Sturz von Mubarak gewonnen. Die Militärführung hatte Mursi und seine Regierung ein Jahr später nach Massenprotesten gestürzt. Al-Sisi war zum Zeitpunkt der Entmachtung Mursis der Oberbefehlshaber der Armee, die seitdem ungeachtet internationaler Kritik hart gegen die Muslimbruderschaft vorgeht.

Geberkonferenz angekündigt

Saudi-Arabiens König Abdullah kündigte nach dem offiziellen Wahlsieg von al-Sisi eine Geberkonferenz für Ägypten an. Wie die offizielle Nachrichtenagentur SPA berichtete, lobte er zugleich den Ausgang der Präsidentenwahl.

Mit der geplanten Konferenz solle Ägypten geholfen werden, aus der Wirtschaftskrise herauszukommen. Das ölreiche Königreich gehört zu den wichtigsten Unterstützern des Ex-Militärchefs und hat seit dem Sturz des islamistischen Präsidenten Mursi Milliardenhilfen in das klamme Ägypten gepumpt.

Auf dem zentralen Kairoer Tahrir-Platz versammelten sich Tausende Menschen, um den Sieg al-Sisis zu feiern. Der symbolträchtige Platz, auf dem im Arabischen Frühling die Massen demonstrierten, war bereits ab dem Morgen für die Feierlichkeiten gesperrt.

"Sisi, Sisi", riefen die Menschen und hielten Bilder des neuen Präsidenten in die Luft. Am Wochenende soll der neue Staatschef vereidigt werden. Mitte Juli sind Parlamentswahlen geplant.

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