Das teilte die staatliche Wahlkommission in Vilnius mit. Damit lag Nauseda in der Stichwahl um das höchste Staatsamt des baltischen EU- und Nato-Landes am Sonntagabend faktisch uneinholbar vor der ehemaligen Finanzministerin Ingrida Simonyte, die im litauischen Fernsehen ihre Niederlage einräumte.

Nauseda ist parteilos, gilt als moderat und hat sich in Litauen mit klaren Positionen zu Wirtschafts- und Finanzthemen einen Namen gemacht. Im Wahlkampf nannte der Wirtschaftswissenschaftler als Ziele den Aufbau eines "Wohlfahrtsstaats" und "mehr politischen Frieden".

Den ersten Wahlgang am 12. Mai mit insgesamt neun Kandidaten hatte die 44-jährige Simonyte mit 31,3 Prozent der Stimmen noch hauchdünn vor Nauseda mit 30,9 Prozent gewonnen. Die bisherige litauische Staatspräsidentin Dalia Grybauskaite konnte nach zwei Amtszeiten verfassungsgemäss nicht wieder kandidieren. Die Wahlbeteiligung lag nach vorläufigen Angaben bei 53,4 Prozent.

In Litauen hat das Staatsoberhaupt vorwiegend repräsentative Aufgaben sowie Kompetenzen in der Aussen- und Verteidigungspolitik - so vertrat Grybauskaite ihr Land regelmässig bei EU-Gipfeln.