USA

Obamas Segen: Ex-Präsident stellt sich im US-Wahlkampf hinter Biden

Der damalige US-Präsident Obama (links) mit seinem Vize Biden im Weissen Haus (Aufnahme vom Januar 2017).

Der damalige US-Präsident Obama (links) mit seinem Vize Biden im Weissen Haus (Aufnahme vom Januar 2017).

Signal der Einigkeit bei den US-Demokraten: Der frühere US-Präsident Barack Obama sichert seinem einstigen Stellvertreter Joe Biden offiziell seine Unterstützung im Präsidentschaftsrennen zu.

"Joe hat alle Eigenschaften, die wir gerade in einem Präsidenten brauchen", sagte Obama in einer am Dienstag auf Twitter verbreiteten Videobotschaft. Das dürfte Biden, dem einzig verbliebenen demokratischen Präsidentschaftsbewerber, einen weiteren Schub geben.

Nach dem Rückzug des linken Senators Bernie Sanders vor einigen Tagen steht der 77-Jährige quasi schon als Herausforderer für den Amtsinhaber Donald Trump bei der Präsidentenwahl Anfang November fest - lange vor dem Ende der Vorwahlen. Die offizielle Kür des Kandidaten soll bei einem Nominierungsparteitag der Demokraten im Sommer folgen.

Bisher zurückgehalten

Biden war von 2009 bis 2017 Vizepräsident unter Obama gewesen. Obama sagte, die Wahl Bidens als Vize sei eine der besten Entscheidungen seines Lebens gewesen. Bislang hatte sich Obama mit Blick auf das interne Rennen der Demokraten öffentlich zurückgehalten und sich hinter keinen Bewerber gestellt.

Trump hatte Obamas bisheriges Schweigen mehrfach zum Anlass für Attacken auf Biden genommen und gespottet, dieser habe nicht mal Obamas Unterstützung sicher - trotz der gemeinsamen Jahre im Weissen Haus. Tatsächlich hatte es in den vergangenen Monaten mehrfach Medienberichte gegeben, wonach Obama Bidens Bewerbung mit Skepsis betrachte.

Die Demokraten bemühen sich inzwischen aber intensiv darum, die Reihen zu schliessen und alle Kräfte hinter Biden zu versammeln, um Trump im November zu schlagen.

"Charakter und Erfahrung"

Obama pries Bidens lange politische Erfahrung. "Joe hat den Charakter und die Erfahrung, uns durch eine unserer dunkelsten Zeiten zu führen", sagte der Ex-Präsident. Biden werde sich mit guten Experten und Beratern umgeben. In Anspielung auf Trump sagte Obama, die aktuelle Krise zeige, dass gutes Regieren wichtig sei, ebenso Fakten, Wissenschaft, Rechtsstaatlichkeit - und Anführer, die informiert und ehrlich seien.

Der frühere Regierungschef wandte sich zugleich mit einem einenden Signal an den linken Flügel seiner Partei und lobte die Arbeit von Bernie Sanders. Es sei wichtig, sich auf die Zukunft zu konzentrieren. "Bernie versteht das und Joe versteht das." Wirkliche strukturelle Veränderungen seien nötig. "Die Demokratische Partei muss mutig sein."

Stimme mit Gewicht

Obamas Stimme hat viel Gewicht. Der Ex-Präsident ist einer der bekanntesten Demokraten des Landes und sehr beliebt. Er spricht unter demokratischen Anhängern verschiedenste Gruppen an. Viele Amerikaner sehnen sich nach den Obama-Jahren zurück.

Biden hatte in seinem bisherigen Wahlkampf immer wieder auf Verdienste aus Obamas Regierungsjahren verwiesen. Er dankte Obama für dessen Unterstützung. Diese bedeute ihm sehr viel, schrieb Biden auf Twitter. "Es gibt niemanden, den ich lieber an meiner Seite hätte."

Die Demokratische Partei bemüht sich intensiv um Signale der Einigkeit gegen Trump. In den vergangenen Wochen hatten sich diverse ausgestiegene Präsidentschaftsbewerber hinter Biden gestellt. Am Montag hatte dann auch Sanders seinem bisherigen Konkurrenten Biden öffentlich seine volle Unterstützung zugesichert - in einer gemeinsamen Online-Videoschaltung.

Biden gehört dem moderaten Flügel der Partei an. Sanders dagegen vertritt seit Jahrzehnten eine klar linke Agenda. Der Plan, die Positionen der beiden zu kombinieren, ist der Versuch, die Partei gegen Trump zu einen.

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