IS-Vormarsch

Obama stellt US-Bürger auf Ausweitung der Luftangriffe gegen IS ein

US-Präsident Barack Obama im Weissen Haus in Washington

US-Präsident Barack Obama im Weissen Haus in Washington

Die USA rüsten sich für den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Während Aussenminister John Kerry überraschend den Irak besuchte, will Präsident Barack Obama seine Landsleute auf die Ausweitung der Luftangriffe gegen den IS einstimmen.

Obama dürfte es bei der Rede zur Lage der Nation am Mittwochabend (Ortszeit/Donnerstag 0300 Uhr MESZ) darum gehen, die Amerikaner nach dem 2003 begonnenen Irakkrieg mit mehr als 4400 getöteten US-Soldaten auf einen weiteren längerfristigen Einsatz einzustimmen.

In seiner Rede werde der Präsident eine "umfassende Strategie" vorstellen, "um IS zu zersetzen und ultimativ zu vernichten", wurde ein hoher Regierungsbeamter des Weissen Hauses in einer Mitteilung zitiert. "Das schliesst Militäraktionen und die Unterstützung von Truppen ein, die IS am Boden bekämpfen - sowohl der Opposition in Syrien als auch einer neuen Einheitsregierung im Irak."

Bislang bombardieren die USA nur IS-Stellungen im Irak. Seit einiger Zeit lassen die USA aber unbemannte Aufklärungsflugzeuge über Syrien fliegen, um Informationen über den Islamischen Staat zu sammeln.

Die Miliz beherrscht in beiden Ländern riesige Gebiete. Waffen und Kämpfer können die bisherige Grenze zwischen Syrien und dem Irak ungehindert passieren. Die Miliz kann deswegen laut Experten nur dann ausgeschaltet werden, wenn sie auch in Syrien bekämpft wird.

In seiner Rede muss Obama zugleich seinen Kritikern den Wind aus den Segeln nehmen, die ihm eine zaghafte Reaktion auf den IS-Vormarsch vorwerfen.

Am Dienstag hatte der US-Präsident führende Kongressmitglieder über den Anti-IS-Kampf informiert. Dabei ging es ihm nicht darum, die laufenden Militärschläge im Irak und potenzielle Schritte im benachbarten Syrien billigen zu lassen. Letztlich lägen solche Entscheidungen bei Obama als Oberbefehlshaber der Streitkräfte, hatte zuvor bereits einer seiner Sprecher deutlich gemacht.

Kerry wirbt für Bündnis gegen IS

Kerry traf am Mittwoch ohne Vorankündigung in der irakischen Hauptstadt Bagdad ein. Dort traf er unter anderem den neuen irakischen Regierungschef Haidar al-Abadi. Dieser rief nach dem Treffen mit Kerry die internationale Gemeinschaft dazu auf, sein Land schnell im Kampf gegen den IS zu unterstützen.

Kerry besucht Bagdad nur zwei Tage, nachdem das irakische Parlament das neue Kabinett abgesegnet hat. Mit der Regierung aus Schiiten, Sunniten und Kurden verbindet sich die Hoffnung, die IS-Terrormiliz auch politisch stärker bekämpfen zu können. Kerry wird anschliessend nach Jordanien und Saudi-Arabien weiterreisen. Dort will er für einen gemeinsamen Kampf gegen den IS werben.

Anschlag auf Rebellenführer in Syrien

Bei einem Bombenanschlag auf eine der grössten Rebellengruppen in Syrien wurde unterdessen neben deren Anführer fast die gesamte Führung der Miliz getötet. Bei dem Attentat seien 40 bis 50 Kämpfer der islamistischen Organisation Ahrar al-Scham umgekommen, teilte die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit.

Die Bombe war am Dienstag nach Angaben von Aktivisten bei einem Treffen der Al-Scham-Führung in Ram Hamdan in Nordwestsyrien explodiert. Dabei starb auch ihr Chef Hassan Abud. Neuer Anführer der Miliz ist laut den Menschenrechtsbeobachtern Haschim Al-Scheich.

Ahrar al-Scham gehört dem Oppositionsbündnis Islamische Front an, die das Regime von Präsident Baschar al-Assad bekämpft. Zunächst war unklar, wer für den Anschlag verantwortlich ist.

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