US-Präsident Barack Obama, die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Staatschef François Hollande und die Regierungschefs von Grossbritannien und Italien, David Cameron und Matteo Renzi, sprachen am Freitag über eine mögliche "Verhängung neuer Sanktionen der internationalen Gemeinschaft gegen Russland", wie der Elysée-Palast in Paris mitteilte.

Russland müsse sich "provokativer Erklärungen oder Manöver der Einschüchterung" enthalten und damit zu einer "Deeskalation" der Lage beitragen. "Die territoriale Integrität und Souveränität der Ukraine muss vollständig respektiert werden", hiess es in der Erklärung des Elysée-Palasts nach der Schaltkonferenz der fünf Staats- und Regierungschefs weiter.

Gefordert wurde zudem eine "schnelle Reaktion der G7". Auch solle eine Stärkung der Beobachtermission der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) beantragt werden.

Baldiges Treffen der EU-Aussenminister

Ausführlicher drückte sich Kanzlerin Merkel vor einem Gespräch mit Polens Ministerpräsident Donald Tusk in Berlin aus. Die Europäer würden weiter "auf den diplomatischen Prozess setzen", doch müsse auch nachgedacht werden, "im Rahmen der Stufe zwei weitere Sanktionen ins Auge zu fassen". Sie kündigte dazu baldige Beratungen der EU-Aussenminister an.

Russland hätte durchaus Möglichkeiten, die "Separatisten auf einen friedlichen Weg der Verfassungsdiskussion und der Wahlvorbereitung zu bringen", sagte Merkel. Diese Schritte seien bisher aber leider ausgeblieben.

Tusk betonte seinerseits bei der Pressekonferenz, die EU dürfe "nicht ratlos" sein angesichts der Gewalt, "wie wir sie im Osten erfahren". Europa müsse bereit sein, seine Werte "hart zu verteidigen", sagte der polnische Ministerpräsident. Er betonte, eine einfache Fortführung der bisherigen Politik gegenüber Russland sei nicht möglich.

Helikopter am Boden beschossen

Auf dem Flughafen von Kramatorsk wurde nach Angaben des ukrainischen Verteidigungsministeriums am Freitag ein Helikopter durch eine Rakete getroffen und zerstört. Die Mi-8 sei dabei explodiert. Der Pilot sei beim Sprung aus der Maschine verletzt worden.

Zuvor waren bei einer Explosion an einem Kontrollposten nahe Odessa am Schwarzen Meer sieben Menschen verletzt worden. Der Sprengsatz sei am frühen Morgen detoniert, sagte ein Polizeisprecher. Pro-ukrainische Aktivisten hätten den Posten errichtet.