USA

NSA-Whistleblower Snowden hofft auf Asyl in Island

Edward Snowden im Gespräch mit Journalisten vom "Guardian"

Edward Snowden im Gespräch mit Journalisten vom "Guardian"

Der Ex-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden, der hinter den Enthüllungen zu den massiven US-Datenspionage steht, hofft auf politischem Asyl. Damit will er der Strafverfolgung in seiner Heimat entgehen. Er setzt dabei auf Island.

Der Ex-Geheimdienstmitarbeiter, der hinter den Enthüllungen zu den massiven US-Überwachungsprogrammen steht, hofft mit politischem Asyl der Strafverfolgung in seiner Heimat zu entgehen. Edward Snowden sagte der "Washington Post" vom Montag, er bemühe sich um Asyl "in jedem Land, das an die Meinungsfreiheit glaubt" und sich gegen den Verlust der Privatsphäre stemme.

Im britischen "Guardian" nannte Snowden Island als möglichen Kandidaten. In dem Inselstaat im Nordatlantik sind Presse- und Meinungsfreiheit besonders geschützt. Beide Zeitungen hatten Snowden als Quelle ihrer Berichte über das Spähprogramm PRISM, mit dem die National Security Agency (NSA) direkt auf die Server grosser Internetfirmen wie Google zugreifen und Nutzer weltweit überwachen soll.

Der Computerexperte, der nach eigenen Angaben früher für den US-Auslandsgeheimdienst CIA arbeitete und zuletzt als Angestellter einer Beratungsfirma für die NSA tätig war, hatte sich selbst als Informant zu erkennen gegeben.

Flucht nach Hongkong

Snowden war vor drei Wochen nach Hongkong geflüchtet. Die frühere britische Kronkolonie gehört zu China, ist aber eine Sonderverwaltungszone und hat ein Auslieferungsabkommen mit den USA. Die "Washington Post" berichtete unter Berufung auf Experten, dass ein Auslieferungsverfahren aber Monate, wenn nicht Jahre dauern könnte.

In Washington wurden die ersten Stimmen laut, Snowden ausliefern zu lassen. Der republikanische Kongressabgeordnete Peter King forderte, dass gegen den 29-jährigen Informanten ein Strafverfahren "im vollsten Ausmass des Gesetzes" eingeleitet werden müsse.

Kein Kommentar aus dem Weissen Haus

Das Weisse Haus gab zunächst keinen Kommentar ab. Das Büro des Nationalen Geheimdienstkoordinators James Clapper erklärte am Sonntagabend (Ortszeit), dass das Justizministerium eingeschaltet worden sei.

Die Geheimdienste würden derzeit den Schaden ermitteln, der durch die Enthüllungen entstanden sei. "Jede Person mit Zugang zu geheimen Dokumenten weiss, dass sie in der Pflicht steht, vertrauliche Informationen zu schützen und sich an geltende Gesetze zu halten", heisst es in der Erklärung. (sda)

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