An einer Pressekonferenz erklärte der Jurist Geir Lippestad am Dienstag zugleich, der Fall lege die Vermutung nahe, dass sein Mandant geisteskrank sei.

Der 32-jährige Anders Behring Breivik habe seine Anschläge als "notwendig" bezeichnet, da er sich im Krieg befinde. Auch sei er überzeugt, dass seine "Operation" nach Plan verlaufe. Die Zahl der Toten sowie die öffentlichen Reaktionen auf das Massaker seien ihm nicht bewusst, sagte Lippestad.

Der Attentäter nahm den Angaben zufolge Drogen, um während seiner Tat "stark, effizient und wach" zu sein.

Breivik hatte am Montag gestanden, den Doppelanschlag mit 76 Toten am Freitag begangen zu haben, sich zugleich aber nicht schuldig bekannt. Die kommenden acht Wochen bleibt der 32-Jährige zunächst in Untersuchungshaft, die ersten vier Wochen in Isolationshaft. Die Höchststrafe in Norwegen liegt bei 20 Jahren.

Verbrechen gegen die Menschlichkeit

Norwegens Justiz will den Attentäter Anders Behring Breivik möglicherweise wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit anklagen. Der Rechtsradikale könnte dann zu 30 Jahren Haft verurteilt werden - statt zu maximal 21 Jahren nach dem Terrorparagrafen im Strafgesetzbuch.

Die Zeitung "Aftenposten" berichtete, dass Polizeiankläger Christian Hatlo die Anwendung des Paragrafen 102 im Strafgesetzbuch prüft. Unter der Überschrift "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" werden dort auch "umfassende und systematische Angriffe auf eine Zivilbevölkerung" durch Täter genannt, die eine Gruppe auf einer politischen Grundlage angreifen.

Der inhaftierte norwegische Attentäter Breivik hat laut seinem Anwalt angegeben, Kontakte zu Gleichgesinnten im Ausland zu haben. Neben zwei "Zellen" in Norwegen gebe es weitere im Ausland, sagte Anwalt Geir Lippestad.

Trotz zunehmender Kritik am Einsatz der Polizei während des Doppelanschlags nahm die Regierung die Polizei in Schutz. Sie habe "eine fantastische Arbeit" geleistet, sagte Justizminister Knut Storberget vor Journalisten.

Lob von französischem Rechtspolitiker

Einem Vertreter der französischen Rechtspartei Front National (FN) droht eine Strafanzeige, weil er sich anerkennend über den norwegischen Attentäter Anders Behring Breivik geäussert hat.

Auf Coutelas Internettagebuch war zu lesen gewesen, Behring Breivik sei "ein Widerstandskämpfer, eine Ikone", weil er "gegen die muslimische Invasion" kämpfe.

"Ich habe diese Äusserungen nicht geschrieben", sagte Coutela. "Ich habe sie im Internet gefunden und in meinen Blog eingestellt, um zu informieren."