Atomstreit - Nordkorea

Nordkorea stimmt Atom-Moratorium und UNO-Inspektionen zu

Die Atomanlage Yongbyon (Archiv)

Die Atomanlage Yongbyon (Archiv)

Nordkorea hat einer Aussetzung seines Atomprogramms und einer Rückkehr von UNO-Inspektoren zugestimmt. Das Moratorium betreffe die Urananreicherung in der Anlage von Yongbyon, Atomwaffentests sowie den Abschluss von Langstreckenraketen, teilte das US-Aussenministerium mit.

Washington erklärte sich im Gegenzug zu Lebensmittelhilfen für die verarmte nordkoreanische Bevölkerung bereit. Pjöngjang bestätigte die Einigung am Mittwoch. Washington habe die Lieferung von 240'000 Tonnen Nahrungsmittel zugesagt, meldete die amtliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA.

Weitere Hilfslieferungen der USA seien möglich. Ausserdem habe die US-Regierung Gespräche über die Aufhebung von Sanktionen in Aussicht gestellt, hiess es von nordkoreanischer Seite.

Washington und Pjöngjang hatten in der vergangenen Woche erstmals seit dem Tod des nordkoreanischen Führers Kim Jong Il wieder Gespräche über das Atomprogramm des abgeschotteten Landes geführt. Seit Kims Tod am 17. Dezember hat dessen Sohn Kim Jong Un die Staatsgeschäfte übernommen.

Nordkorea hatte die sogenannten Sechser-Gespräche mit den USA, Südkorea, Russland, Japan und China über sein Atomprogramm im April 2009 offiziell abgebrochen. Einen Monat später hatte Nordkorea dann einen Atomwaffentest unternommen, den zweiten nach 2006.

Clinton bleibt realistisch

Die US-Regierung begrüsste die Einigung, mahnte aber vor übertriebenen Erwartungen. Aussenministerin Hillary Clinton sprach von einem "ersten, bescheidenen Schritt in die richtige Richtung".

Ihre Sprecherin Victoria Nuland erklärte, die Vereinigten Staaten hätten "weiterhin grosse Bedenken mit Blick auf das Verhalten Nordkoreas auf einer Reihe von Gebieten". Die Zusagen aus Pjöngjang spiegelten aber einen "wichtigen, wenn auch begrenzten Fortschritt" wider.

Südkorea zeigte sich vorsichtig optimistisch. Mit der Vereinbarung sei die Grundlage für weitere Fortschritte zur Lösung des Konfliktes gelegt worden, erklärte das Aussenministerium in Seoul. Auch die japanische Regierung zeigte sich erfreut.

IAEA: "Wichtiger Schritt nach vorne"

Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA, auf die nun wohl die erneute Entsendung von Inspektoren nach Nordkorea zukommt, nahm das ausgehandelte Moratorium positiv auf. Der Chef der in Wien ansässigen UNO-Spezialorganisation, Yukiya Amano, erklärte, die Einigung zwischen den USA und Nordkorea sei ein "wichtigen Schritt nach vorne".

Nordkorea hatte immer wieder einem Ende seines Atomprogramms zugestimmt, nur um die Vereinbarung dann später wieder aufzukündigen.

Die Atomgespräche mit Nordkorea waren im vergangenen Sommer wieder langsam in Gang gekommen. Im Juli hatten Vertreter Nord- und Südkoreas erstmals seit Ende 2008 direkte Gespräche zur nuklearen Abrüstung geführt.

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