Nordkorea

Nordkorea schickt wieder Beamte zum Verbindungsbüro mit Südkorea

Das Verbindungsbüro von Nord- und Südkorea in der nordkoreanischen Grenzstadt Kaesong. (Archiv)

Das Verbindungsbüro von Nord- und Südkorea in der nordkoreanischen Grenzstadt Kaesong. (Archiv)

Nordkorea hat drei Tage nach dem abrupten Rückzug von einem Verbindungsbüro mit Südkorea einen Teil seines Personal wieder zurückgeschickt. Vier bis fünf Beamte aus Nordkorea seien am Montag zur Arbeit im Büro in der nordkoreanischen Stadt Kaesong erschienen.

Das teilte das Vereinigungsministerium in Seoul mit. Nordkorea hatte den Angaben Seouls zufolge noch am Freitag erklärt, seine Mitarbeiter in dem Büro auf Anweisung von höchster Stelle zurückzuziehen. Der Schritt löste die Besorgnis aus, Nordkorea könne die Kommunikation mit dem Süden womöglich kappen.

"Noch kennen wir die Beweggründe für den Rückzug nicht", sagte eine Sprecherin des Ministeriums. Wenn die Absichten bekannt seien, könne auch das Büro seine normale Arbeit wieder aufnehmen. Nordkorea habe wochentags gewöhnlich 15 bis 20 Beamte in das Büro geschickt, Südkorea bis zu 60 Mitarbeiter.

Beide Länder hatten ihr erstes ständiges Kommunikationsbüro erst im vergangenen September geöffnet. Die Einrichtung war ein Ergebnis des ersten Gipfeltreffens des südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un im April 2018.

Zweck des Büros sollte es sein, sich jederzeit über bilaterale Angelegenheiten und Projekte austauschen zu können. Seoul hatte anfangs erklärt, das Büro auch dazu nutzen zu wollen, um mit Nordkorea über den Abbau von dessen Atomwaffenprogramm zu reden.

Nordkoreas vorläufiger Rückzug erfolgte in einer Phase der Verunsicherung nach dem spektakulären Scheitern des Gipfels Kims mit US-Präsident Donald Trump Ende Februar in Vietnam. Beide Seiten waren sich in den zentralen Fragen der atomaren Abrüstung Nordkoreas und der Gegenleistungen der USA nicht nähergekommen.

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