Das Aussenministerium in Pjöngjang erklärte am Mittwochabend laut der Nachrichtenagentur KCNA, bei der Fracht handle es sich um veraltete Waffen, die gemäss einem "rechtmässigen" Vertrag in Nordkorea überholt und dann zurück nach Kuba gebracht werden sollten. Die Behörden in Panama hätten den Kapitän des Frachters "vorschnell angegriffen" und ihm unterstellt, er habe Drogen geladen.

Zuvor hatte das kubanische Aussenministerium erklärt, an Bord der "Chong Chon Gang" hätten sich zu reparierende "defensive Waffen" aus sowjetischer Produktion befunden. Es habe sich um zwei veraltete Luftabwehrsysteme gehandelt. Ausserdem seien an Bord verschiedene Raketenteile, zwei Flugzeuge des Typs MiG-21 und 15 Motoren für diese Art von Maschinen gewesen.

Panama, das die Waffen bei einer Kontrolle im Hafen Colón unter einer Ladung Zucker entdeckt hatte, bat die UNO zu prüfen, ob es sich um einen Verstoss gegen das für Nordkorea geltende Waffenembargo handelt. Die 35 Besatzungsmitglieder wurden unterdessen in der früheren US-Kaserne Fort Sherman festgehalten, wo sie verhört werden sollten.

Das mittelamerikanische Land erklärte sich bereit, zwei Abgesandte Pjöngjangs zu empfangen. Dies teilte am Mittwochabend das panamaische Aussenministerium auf seiner Homepage mit. Beide Funktionäre sollen den Vorfall aus der Sicht Nordkoreas erklären. Auch sollen sie Zugang zum Schiff erhalten.