Korea

Nordkorea droht weiter - Südkoreas Verteidigungschef tritt ab

Nordkoreanischer Soldat am Yalu-Fluss an der Grenze zu China

Nordkoreanischer Soldat am Yalu-Fluss an der Grenze zu China

Die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel haben weiter zugenommen. Nordkorea drohte am Donnerstag mit weiteren Angriffen auf den Süden, Seoul kündigte die Verstärkung seiner Truppen entlang der umstrittenen Seegrenze an.

Nach Kritik an der Reaktion der südkoreanischen Regierung auf den nordkoreanischen Artilleriebeschuss vom Dienstag trat der südkoreanische Verteidigungsminister Kim Tae Young zurück. Präsident Lee Myung Bak habe das Rücktrittsgesuch des Verteidigungsministers angenommen, teilte das Präsidialamt in Seoul mit. Ein Nachfolger soll am Freitag ernannt werden.

Abgeordnete und Medien hatten unter anderem kritisiert, dass die Militärführung zu spät und zu lasch auf den Granatenbeschuss reagiert habe. Nach südkoreanischen Angaben feuerte Nordkorea 170 Granaten ab, von denen rund 80 auf der südkoreanischen Insel Yonpyong eingeschlagen seien.

Ehe die südkoreanische Armee das erste Granatfeuer erwidert habe, seien 13 Minuten vergangen. Bei dem Angriff waren vier Menschen getötet worden, darunter zwei Zivilisten.

Nordkorea warnt vor neuen Provokationen

Die nordkoreanischen Streitkräfte drohten dem Süden inzwischen, ihn erneut ins Visier zu nehmen. "Nordkorea wird, ohne zu zögern, eine zweite oder sogar eine dritte Runde von Angriffen starten, sollten die Kriegstreiber in Südkorea wieder rücksichtslos provozieren", erklärte das Militär in Pjöngjang über die amtliche Nachrichtenagentur KCNA.

In der Erklärung wurden südkoreanisch-amerikanische Militärübungen zu Beginn der Woche für den Artillerieangriff verantwortlich gemacht. Die Lage zusätzlich verschärfen dürfte daher ein ab Sonntag geplantes gemeinsames Manöver Seouls und Washingtons.

Die Übung, zu der die USA ihren atombetriebenen Flugzeugträger "USS George Washington" schicken, soll nur rund 110 Kilometer südlich der beschossenen Insel Yeonpyeong stattfinden.

China ruft zu Zurückhaltung auf

Chinas Regierungschef Wen Jiabao rief beide Länder zu "äusserster Zurückhaltung" auf. Nach Gesprächen mit Russlands Präsident Dmitri Medwedew sagte Jiabao in Moskau, er lehne "jede Form von militärischer Provokation" ab, wie die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua berichtete.

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