Die Frage betrifft auch die Identität der beiden Kouachi-Brüder und ihres Komplizen Ahmedy Coulibaly. Alle drei sind Einwandererkinder, aber auch geborene Franzosen. Und offenbar nur Franzosen: Laut der Zeitung «Libération» haben die Kouachis nie um den algerischen Pass ersucht, auf den sie wegen der Nationalität ihrer Eltern Anspruch gehabt hätten.

Auch Coulibaly verfügte offenbar nur über die französische, nicht aber die malische Staatsbürgerschaft seiner Eltern. Die französischen Behörden wollten seine sterbliche Hülle trotzdem nach Mali abschieben.

Sie war schon am Pariser Flughafen, als die Behörden in der malischen Hauptstadt Bamako ihr Veto einlegten. Die schroffe Antwort zeugt von der Symbolik der ganzen Frage: Das gemässigt islamische Mali befindet sich derzeit im Krieg mit Dschihadisten des regionalen Al-Kaida-Ablegers und will Pilgerzüge an das Grab des von der französischen Polizei erschossenen Islamisten verhindern.

Coulibalys Leichnam wurde deshalb ins gerichtsmedizinische Labor von Paris zurückgeschafft, bis sein letzter Ruheort geklärt ist. Infrage kommt vor allem sein letzter Wohnort Fontenay-aux-Roses in der Pariser Banlieue. Doch der Bürgermeister erklärte, seine Gemeinde verfüge im kommunalen Friedhof über kein muslimisches «Eck» und könne Coulibaly deshalb nicht aufnehmen.

Bei den Kouachi-Brüdern versuchten die französischen Behörden gar nicht erst, sie über das Mittelmeer loszuwerden. Chérif und Saïd Kouachi wurden am vergangenen Wochenende und «kurz vor Mitternacht», wie Lokalmedien berichteten, in Gennevilliers (bei Paris) beziehungsweise Reims begraben.

Die Bürgermeister hatten sich vergeblich dagegen gewehrt; sie erreichten nur, dass nicht einmal die engsten Angehörigen der Beisetzung beiwohnten.