Sein Name blieb zwar unerwähnt. Aber als der Schweizer Botschafter in den USA gestern in Washington eine neue Broschüre vorstellte, die untermauern soll, welche wichtige Rolle Schweizer Arbeitgeber in der grössten Volkswirtschaft spielen, war Donald Trump allgegenwärtig. Der Präsident ist als scharfer Kritiker des Freihandels bekannt, weil amerikanische Arbeiter angeblich einen hohen Preis für zwischenstaatliche Handelsabkommen bezahlten. Die Schweiz wiederum ist auf den Aussenhandel angewiesen. So beliefen sich die Exporte in die USA gemäss den neusten verfügbaren Zahlen auf 52 Milliarden Dollar. Die Importe aus den USA halten sich mit 51 Milliarden Dollar fast die Waage.

Gleich fünf Mitglieder des Repräsentantenhauses (drei Republikaner und zwei Demokraten) betonten aber während ihrer kurzen Ausführungen, dass die Schweiz kein Handelspartner sei, der die USA über den Tisch ziehe. Der republikanische Abgeordnete Jeff Fortenberry ging gar so weit, die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Staaten als Modell für moderne Handelsbeziehungen zu bezeichnen. «Die Schweiz ist wirklich ein ausserordentlich guter Freund», sagte Fortenberry, der seit 2005 einen Wahlkreis im Bundesstaat Nebraska vertritt.

Im Gespräch betonte er, dass der Wahlkampf gezeigt habe, wie kritisch die Amerikaner der Globalisierung gegenüberstünden. Selbst wenn die USA unter dem Strich vom Freihandel profitierten, seien die Vorteile dem einzelnen Arbeitnehmer doch schwer vermittelbar. Schweizer Firmen, die in den USA mehr als 460 000 Jobs geschaffen haben, könnten da Abhilfe schaffen, sagte er. Denn in der Praxis zeige es sich, dass diese Unternehmen amerikanischen Firmen sehr ähnlich seien, weil die Schweiz Werte vertrete, die auch in den USA hochgehalten würden. Die Schweiz sei an tiefen Beziehungen interessiert und nicht nur an monetären Gewinnen, betonte Fortenberry gleich mehrmals. Gefragt, ob diese Meinung auch von Mitgliedern der Regierung Trump geteilt werde, lachte der Abgeordnete bloss. «Wir werden sehen», sagte er.

Die Idee für die Broschüre sei bereits vor dem Wahlsieg Trumps entstanden, sagte der Schweizer Botschafter Martin Dahinden. Nun dient die Publikation aber als handlicher Beweis dafür, dass die kleine Schweiz in den grossen USA zu den wichtigsten Investoren gehört.