Bei den Anschlägen vom Dienstag wurden insgesamt 21 stark besuchte Orte angegriffen. Darunter waren Cafés, Restaurants und Märkte. Die Polizei verhängte am Abend eine Ausgangssperre. Patrouillen forderten die Menschen auf, in ihren Häusern zu bleiben.

Die Anschlagsserie weckte wieder Zweifel, ob die irakischen Sicherheitskräfte allein in der Lage sind, für Sicherheit in dem Land zu sorgen.

Die Aufständischen nutzen weiter das herrschende Machtvakuum in Bagdad für ihre Zwecke. Seit den Parlamentswahlen im März ist das Zweistromland ohne Regierung. Damals hatte das säkulare Bündnis des früheren Übergangsregierungschefs Ijad Allawi die meisten Mandate erhalten - allerdings nicht genug, um allein Regierungsverantwortung zu übernehmen.

Trauer um Opfer vom Sonntag

Rund 700 Menschen, darunter Mitglieder der Regierung und Angehörige aller im Irak vertretenen Religionsgemeinschaften, nahmen am Dienstag in Bagdad an der Trauerzeremonie teil.

Die getöteten Christen seien in die Kirche gekommen, um zu Gott zu beten, sagte der Patriarch der chaldäischen Kirche, Kardinal Emmanuel III. Delly, als höchster irakischer Christen-Vertreter. Stattdessen sei an diesen Ort die "Hand des Teufels" gekommen.

Bei der Geiselnahme und ihrer anschliessenden blutigen Beendigung durch die Sicherheitskräfte wurden nach Angaben des irakischen Innenministeriums 53 Menschen getötet - 46 Gläubige und sieben Sicherheitskräfte. Mindestens 60 weitere Gläubige wurden verletzt.

Schwerbewaffnete und in Uniformen gekleidete Kämpfer waren am Sonntagabend in der irakischen Hauptstadt während des Gottesdienstes in die syrisch-katholische Kirche im Stadtteil Karrada eingedrungen und hatten die dort Versammelten in ihre Gewalt gebracht. Zu der Tat bekannte sich ein Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida im Irak.