Der Regierungschef stellte zudem die Errichtung von 10'000 Wohnungen in Studentenwohnheimen in Aussicht. "Das Wohnproblem in Israel ist echt", sagte Netanjahu. "Jeder, der Augen im Kopf hat, kann das sehen."

Die Anführer der Proteste lehnten seine Lösungsvorschläge umgehend ab. Seit fast zwei Wochen campieren Hunderte Menschen auf dem Rothschild-Boulevard im Zentrum von Tel Aviv. Sie fordern den Rücktritt Netanjahus.

Anstieg um einen Drittel

Die Wohnungen in Israel sind deutlich teurer geworden, in Tel Aviv stiegen die Preise innerhalb eines Jahres um 32 Prozent, in Jerusalem um 17 Prozent. Viele befürchten daher eine Immobilienblase, die die Mieten in schwindelerregende Höhen treiben und jungen Paaren den Kauf einer Wohnung unmöglich machen könnte.

Die israelische Zeitung "Haaretz" veröffentlichte am Dienstag eine Umfrage, wonach eine überwältigende Mehrheit von 87 Prozent der Israelis die Proteste unterstützen. Mit 54 Prozent waren mehr als die Hälfte der Befragten unzufrieden damit, wie der Regierungschef mit der Krise umgeht.