IS-Vormarsch

NATO bietet Hilfe im Kampf gegen IS an

Konvoi mit IS-Kämpfern im Irak (Archiv)

Konvoi mit IS-Kämpfern im Irak (Archiv)

Die NATO bietet Hilfe im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) an. Der Vormarsch des IS im Irak und in Syrien stand auch auf der Tagesordnung des Gipfels der Allianz im walisischen Newport.

NATO-Generalsekretär des Anders Fogh Rasmussen sprach direkt die Führung des Iraks an. "Ich bin sicher, dass falls die irakische Regierung um NATO-Hilfe bitten würde, dies von den Verbündeten sehr sorgfältig geprüft würde", sagte er. Bisher gebe es keine Anfrage.

Rasmussen sagte, die NATO habe bis 2011 Ausbilder im Irak stationiert gehabt. "Und wenn die irakische Regierung die Wiederaufnahme solcher Ausbildungsaktivitäten erbitten würde, dann würden die NATO-Verbündeten das ganz sicher ernsthaft prüfen."

Er begrüsste beim Treffen der 28 Alliierten, dass US-Präsident Barack Obama und der britische Premierminister David Cameron der Terrormiliz IS den Kampf angesagt hätten. "Ich glaube, dass die internationale Gemeinschaft insgesamt eine Verpflichtung hat, die IS an einem weiteren Vorrücken zu hindern."

Die sunnitische IS-Terrormiliz beherrscht im Irak und in Syrien trotz der jüngsten militärischen Niederlagen noch immer riesige Gebiete. In einem Gastkommentar für die britische Tageszeitung "Times" (Donnerstag) beschworen Obama und Cameron ihre Entschlossenheit im Kampf gegen den IS.

"Wenn Terroristen denken, dass wir angesichts ihrer Drohungen schwach werden, dann könnten sie gar nicht mehr irren. Länder wie Grossbritannien und die USA werden sich von barbarischen Killern nicht einschüchtern lassen", schrieben Obama und Cameron. "Entwicklungen in anderen Teilen der Welt, besonders in Syrien und im Irak, bedrohen unsere Sicherheit zu Hause."

Im Kampf gegen den IS versuchen die USA und Grossbritannien, eine internationale Allianz auch ausserhalb der Nato zu schmieden. In britischen Medien wurde der "Times"-Artikel als Hinweis auf eine britische Beteiligung an der US-Militäroperation mit Luftschlägen gegen IS-Stellungen im Irak gedeutet.

Deutsche Ausrüstung unterwegs

Die deutsche Bundeswehr begann am Donnerstag die Lieferungen von Ausrüstung und Waffen an irakische Kurden. Ein Sprecher des Einsatzführungskommandos sagte, eine Maschine vom Typ Antonow sollte noch in der Nacht zum Freitag Richtung Erbil starten. Erbil ist der Sitz der kurdischen Autonomieregierung.

Die Bundeswehr hatte in Abstimmung mit den Auswärtigen Amt im August bereits mit humanitären Hilfsflügen zur Versorgung von Vertriebenen im Nordirak begonnen.

Lage in umkämpften Gebieten kritisch

Die humanitäre Lage in der über Wochen von Extremisten belagerten irakischen Stadt Amerli ist noch immer kritisch. Die Menschen dort brauchen dringend weitere Hilfe, wie das UNO-Kinderhilfswerk UNICEF mitteilte.

Amerli war mehr als zwei Monate von Kämpfern der Terrormiliz eingeschlossen. Am vergangenen Wochenende gelang es der irakischen Armee und kurdischen Einheiten, die Blockade zu durchbrechen. Laut Schätzungen von UNICEF waren in der Stadt allein 3000 Kinder eingeschlossen.

Die Terrormiliz stürmte im Norden des Iraks ein Dorf und verschleppte mindestens 50 Männer. Die Entführten aus Tel Ali westlich der Stadt Kirkuk seien an einen unbekannten Ort gebracht worden, meldeten irakische Medien. Nach Angaben der Nachrichtenseite Al-Mada war die Entführung ein Racheakt, weil Bewohner des Dorfes eine Fahne des Islamischen Staates verbrannt hatten.

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