In der zweitgrössten Stadt der Ukraine hatten sich zuvor am Sonntag Tausende anti-russische Demonstranten versammelt, an der späteren Zerstörung der Statue beteiligten sich dann noch einige Dutzend Nationalisten.

Die Behörden der russischsprachigen Stadt mit 1,5 Millionen Einwohnern hatten die Entfernung der Lenin-Statue bereits zugesagt, den Vollzug wollten die Aktivisten aber offenkundig nicht abwarten. Einige von ihnen nahmen Bruchstücke des Denkmals als Andenken mit nach Hause. Die wegen des Verdachts auf Sachbeschädigung eingeleiteten Ermittlungen wurden am Sonntag eingestellt, da laut dem Innenministerium niemand bei der Protestaktion zu Schaden kam.

"Lenin? Lasst ihn doch stürzen", schrieb Innenminister Arsen Awakow auf seiner Facebook-Seite. Solange dabei niemand verletzt werde und "diese verdammte Kommunisten-Ikone nicht noch weitere Opfer fordert", sei an der Aktion nichts zu beanstanden.

Bereits zahlreiche Statuen niedergerissen

Im Zuge des Konflikts zwischen der Ukraine und dem Nachbarn Russland sind seit dem vergangenen Winter Statuen des Bolschewikenführers im ganzen Land demoliert worden. Die Protestaktionen dienen als Symbol für die Forderung regierungstreuer Kräfte, die ehemalige Sowjetrepublik möge sich stärker der EU zuwenden und ihre Bindungen zu Russland kappen.

Bereits nach dem Zerfall der Sowjetunion waren in den Teilrepubliken viele Lenin-Statuen zu Fall gebracht worden, darunter in den 1990ern auch in Moskau, wo die Reste heute in einem Skulpturenpark stehen. In vielen Orten Russlands gehören die Denkmäler bis heute zum Stadtbild. Der Leichnam Lenins (1870-1924) liegt als Touristenattraktion im Mausoleum am Roten Platz in Moskau.