Duterte hatte Obama zuvor als "Hurensohn" bezeichnet und damit gedroht, ihn bei dem bevorstehenden Treffen am Dienstag in Laos weiter zu beschimpfen. Er warnte Obama davor, sein rigorosen Vorgehen gegen Drogenkriminalität auf den Philippinen in Frage zu stellen. Der Präsident müsse sich respektvoll verhalten, forderte Duterte.

Während dieser Ansprache beleidigte Rodrigo Duterte den US-Präsidenten Obama auf üble Weise

Während dieser Ansprache beleidigte Rodrigo Duterte den US-Präsidenten Obama auf üble Weise

Der 71-Jährige ist umstritten, weil er offen dazu aufgerufen hat, Rauschgifthändler umzubringen. Seit seinem Amtsantritt Ende Juni sind nach Polizeiangaben mehr als 600 mutmassliche Dealer ermordet worden. Niemand wurde dafür zur Rechenschaft gezogen. Menschenrechtler werfen Duterte vor, Todesschwadronen zu dulden.

Obama hatte bei einer Pressekonferenz am Montag bereits angedeutet, dass er das bilaterale Gespräch absagen wird. Er will sich am Rande des Gipfels der Südostasiatischen Staatengemeinschaft (ASEAN) in Laos nun stattdessen mit Südkoreas Präsidentin Park Geun Hye treffen.

Nicht die erste verbale Entgleisung des Staatschef

Derbe Flüche sind sein Markenzeichen, Beleidigungen seine Art der Diplomatie: Die regelmässigen verbalen Entgleisungen von Rodrigo Duterte entsetzen weltweit.

Auf den Philippinen aber kommen die Sprüche offenbar gut an: Trotz internationaler Kritik kam der ehemalige Staatsanwalt nach seinem Amtsantritt Anfang Juli im Umfragen auf Zustimmungsraten von 91 Prozent.

Eine Auswahl seiner derbsten Sprüche:

  • Über den US-Botschafter: "Ihr wisst ja, ich streite mich mit dem Botschafter. Dem schwulen Botschafter, diesem Hurensohn. Er ging mir auf die Eier." (Nach dem Besuch von US-Aussenminister John Kerry Anfang August vor Fernsehreportern)
  • Über die UN: "Fickt euch, Vereinte Nationen, ihr könnt noch nicht einmal das Gemetzel im Nahen Osten lösen. Haltet alle die Klappe!" (bei einer Pressekonferenz im Juni)
  • Über den Papst: "Zisch ab, Du Hurensohn!" (So titulierte Duterte Papst Franziskus, weil er beim Papstbesuch in Manila 2015 einmal fünf Stunden im Verkehrsstau steckte)
  • Über eine australische Missionarin: Über den Fall einer australischen Missionarin, die in seiner Heimatstadt Davao vor Jahren mehrfach vergewaltigt und ermordet wurde: "Ich war total sauer, dass sie vergewaltigt wurde, aber sie war wunderschön. Ich dachte, als Bürgermeister hätte ich als erster "dran" sein sollen."
  • Über Kleinkriminelle auf den Philippinen: "Alle umbringen" - das ist Dutertes Rezept vor allem für Rauschgifthändler. Wer nicht verschwinde, sei in Lebensgefahr: "Ich werde euch alle umbringen, in die Bucht von Manila werfen und damit die Fische füttern."