Corona-Virus

Nach Kontakt mit Infiziertem: Hat sich Donald Trump angesteckt?

US-Präsident Donald Trump und Brasiliens Staatschef Jair Bolsonaro. Dessen Pressesprecher war mit dem Corona-Virus infiziert, als er Trump traf.

US-Präsident Donald Trump und Brasiliens Staatschef Jair Bolsonaro. Dessen Pressesprecher war mit dem Corona-Virus infiziert, als er Trump traf.

Der US-Präsident hatte bei einem Empfang Kontakt mit einem mit dem Corona-Virus infizierten Brasilianer. Grund für einen Test für Trump sieht das Weisse Haus nicht.

USA Das Weisse Haus hat am Donnerstag erneut versichert, es gebe keinen Anlass, Donald Trump auf das Corona-Virus zu testen – obwohl sich die Hinweise darauf mehren, dass der amerikanische Präsident in den vergangenen Tagen in Kontakt mit infizierten Menschen gekommen ist.

Bei einem dieser Menschen handelte es sich um Fabio Wajngarten, der Kommunikationsverantwortliche des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro. Letzterer war am vergangenen Samstag von Trump in seinem Anwesen Mar-a-Lago in Palm Beach (Florida) zu einem Arbeitsessen empfangen worden; Wajngarten war Teil der Delegation aus Brasilia und er posierte mit Trump für einige Schnappschüsse.

Die Sprecherin des Weissen Hauses verwies in einer Stellungnahme darauf, dass es keinen Grund gebe, jemanden zu testen, der keine Symptome aufweise. Weder Trump noch sein Vize Mike Pence hätten gross Kontakt mit dem Presseverantwortlichen gehabt. Der Präsident wiederum sagte am Donnerstag im Oval Office des Weissen Hauses: «Ich bin nicht beunruhigt.»

Biden gibt sich präsidial

Dies passt zum Tonfall, den Trump am Tag nach seiner Fernsehansprache anschlug, in der er – ohne Absprache mit Verbündeten – eine Einreisesperre für den Schengen-Raum ankündigte. Der Präsident verkündete erneut, Amerika befinde sich vergleichsweise in «grossartiger Verfassung» und seine Regierung habe die Krise unter Kontrolle.

Ganz anders Joe Biden. Der demokratische Präsidentschaftskandidat, der in den Vorwahlen einen grossen Vorsprung auf seinen Kontrahenten Bernie Sanders aufweist, meldete sich gleichentags aus seinem Wohnort Wilmington (Delaware) zu Wort.

Vor fünf amerikanischen Flaggen sprach Biden fast 19 Minuten lang über die Krise, mit der sich die fast 330 Millionen Bewohner Amerikas konfrontiert sehen und mögliche Lösungsvorschläge.

Biden kritisierte Trump, der das Corona-Virus zuletzt am Mittwoch als «fremdländisch» bezeichnet hatte, wiewohl sich doch gemäss offiziellen Zahlen bisher mehr als 1300 Amerikaner damit infiziert haben. Die Zahl der Toten belief sich am Donnerstag auf 38.

Auch kritisierte Biden in scharfen Worten, dass es der Bundesregierung immer noch nicht gelungen ist, ausreichend «Test Kits» zur Verfügung zu stellen, damit sich alle Amerikaner testen könnten. Dies sei ein «kolossales» Versagen, sagte der Ex-Vizepräsident.

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