Thailand

Mutmasslicher Waffenhändler Bout an die USA ausgeliefert

Bout sieht sich als Geschäftsmann, nicht als Waffenschieber

Bout sieht sich als Geschäftsmann, nicht als Waffenschieber

Dem als «Händler des Todes» bekannten mutmasslichen russischen Waffenhändler Viktor Bout wird in den USA der Prozess gemacht. Der 43-jährige wurde am Dienstag in einem US-Flugzeug aus Thailand ausgeflogen, nachdem die Regierung in Bangkok nach langem Zögern der Auslieferung zustimmte.

Nachdem Thailands Regierungschef Abhisit Vejjajiva am Dienstag die Auslieferung Bouts verkündete, ging alles schnell: Bewaffnete Polizisten brachten den Russen aus einem Hochsicherheitsgefängnis in Bangkok zum Flughafen, wo bereits eine US-Maschine auf den mutmasslichen Waffenhändler wartete.

Um Anschläge auf den Gefangenentransport zu verhindern, wurde die Route von Scharfschützen gesichert. Die Abschiebung ging so schnell vonstatten, dass Bouts Ehefrau Alla erst am Flughafen ankam, als ihr Mann bereits in der Luft war.

Russische Kritik

Moskau kritisierte die Auslieferung scharf. Das russische Aussenministerium warf am Dienstag der thailändischen Regierung vor, sich dem Druck von aussen gebeugt zu haben. Die russische Regierung hatte die Auslieferung als politisch motiviert bezeichnet. Dies könne die Beziehungen zu den USA beschädigen.

Abhisit wies aber die Kritik aus Russland zurück. Man sei mit beiden Ländern in Kontakt gewesen und glaube nicht, dass die Beziehungen zu Russland beschädigt würden. "Es war unsere Pflicht zu entscheiden und zu tun, was richtig ist. Wir können es nicht jedem recht machen", sagte der Regierungschef vor Journalisten.

Der mutmassliche Waffenhändler sieht sich nach eigenem Bekunden als unschuldigen Geschäftsmann und hat die US-Vorwürfe gegen ihn als "amerikanische Fantasie" bezeichnet.

Bout soll eine ganze Flotte von Frachtflugzeugen unterhalten und Diktatoren und Rebellen rund um den Erdball mit Waffen versorgt haben. Der weltweit gesuchte Russe war im März 2008 von US-Agenten in Bangkok gefasst worden.

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