Hadzic wurde um 8.24 Uhr in der Bergregion Fruska Gora im Norden des Landes festgenommen, die für ihre Klöster bekannt ist. Er sei - nach sieben Jahren auf der Flucht - in einem Wald nahe des Dorfs Krusedol bei Novi Sad aufgespürt worden, sagte der serbische Staatsanwalt für Kriegsverbrechen, Vladimir Vukcevic.

Hadzic habe mit Angehörigen der serbisch-orthodoxen Kirche in Verbindung gestanden. Neben ihm sei ein Kontaktmann, der ihn mit Geld versorgen wollte, gefasst worden.

Bei seiner Festnahme sei Hadzic bewaffnet gewesen, sagte Vukcevic. Er habe aber keinen Widerstand geleistet. "Es war schwer, ihn zu erkennen, er sah nicht mehr wie er selbst aus", sagte der Sonderstaatsanwalt.

Hadzic, der auf alten Fotos durch seinen dichten Bart und seine hohe Stirn auffällt, habe einen Schnurrbart und einen Drei-Tage-Bart getragen. Bei seinem ersten Erscheinen vor dem Sondergericht trug der 52-Jährige ein einfaches T-Shirt und schien kräftiger als früher.

Auslieferung voraussichtlich am Samstag

Hadzic wird zur Last gelegt, während des Kroatienkriegs (1991-1995) den Befehl für die Deportation und Ermordung Tausender Kroaten und anderer Nicht-Serben erteilt zu haben. Das ICTY in Den Haag wirft ihm Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor.

Hadzic wurde in ein Belgrader Gefängnis gebracht. Serbiens Gerichtshof für Kriegsverbrechen hat der Auslieferung laut Hadzics Anwalt bereits zugestimmt. Ein Gerichtsvertreter sagte, das Gericht werde das Ende der dreitägigen Berufungsfrist abwarten. Hadzic könnte aber am Samstag ausgeliefert werden.

Demnach wirkte Hadzic vor Gericht verängstigt, verhielt sich aber kooperativ. "Ich muss kein Basketballspieler sein, um zu wissen, wann der Ball im Korb ist", sagte er dem Richter.