Ausserdem soll der Täter, der wegen seiner schwarzen Verkleidung als "Maskenmann" gefürchtet war, viele Kinder misshandelt haben. Der Pädagoge habe aus niedrigen Beweggründen getötet, um andere Straftaten zu vertuschen, sagte der Staatsanwalt bei der Verlesung der Anklage vor dem Landgericht im niedersächsischen Stade.

Sein Verteidiger kündigte für den nächsten Verhandlungstag eine Erklärung an. Der Angeklagte werde sich in einer von der Verteidigung verlesenen Einlassung "ausführlich" zu seiner Person und "zur Sache" äussern. Einzelheiten nannte der Anwalt nicht.

Der erste Prozesstag endete bereits eine halbe Stunde nach Beginn. Es wurden lediglich die Anklage verlesen und Formalien besprochen. Der Vorsitzende Richter kündigte an, die Mord- und Missbrauchsfälle chronologisch zu behandeln. Es sind zunächst bis zum 7. Dezember elf Gerichtstermine angesetzt.

Angeklagter geständig

Der Prozess wurde unter hohen Sicherheitsvorkehrungen begonnen, alle Zuschauer wurden kontrolliert. Der Angeklagte hatte den Gerichtssaal in Handschellen betreten.

Der Pädagoge hatte kurz nach seiner Festnahme gestanden, zwischen 1992 und 2001 die Jungen entführt und später ermordet zu haben. Auch den Missbrauch von rund 40 Jungen hatte er eingeräumt. Die Hälfte der sexuellen Übergriffe ist inzwischen aber verjährt. Angeklagt ist er wegen insgesamt 23 Straftaten.

In Kinderzimmer und Schullandheime eingedrungen

Die dem 40-Jährige zur Last gelegte Mord- und Missbrauchsserie hielt Norddeutschland jahrelang in Atem. Der Täter war getarnt mit einer Maske nachts in Privatwohnungen, Schullandheime und Zeltlager eingeschlichen und hatte sich an Jungen vergangen.