Iran

Mutmasslicher iranischer Mossad-Spion in Teheran gehenkt

Iran: Todesstrafe am Strang (Archiv)

Iran: Todesstrafe am Strang (Archiv)

Im Iran ist ein mutmasslicher Spion des israelischen Geheimdienstes Mossad gehenkt worden. Die Todesstrafe gegen den Iraner sei am Dienstagmorgen im berüchtigten Ewin-Gefängnis in Teheran vollstreckt worden.

Das berichtete die amtliche iranische Nachrichtenagentur Irna unter Berufung auf die Teheraner Generalstaatsanwaltschaft. Der Mann war demnach zum Tode verurteilt worden, weil er für den Mossad gearbeitet habe. Das Urteil wurde in einem Berufungsprozess bestätigt.

Der Verurteilte habe Kontakt mit einer israelischen Botschaft unterhalten und sich in der Türkei, in Thailand und den Niederlanden mit Verbindungsleuten getroffen. Er gab demnach zu, Informationen über iranische Militärstützpunkte, Militärübungen und Rüstungsgüter "an die Feinde" weitergegeben zu haben.

Im Gegenzug habe er 60'000 Dollar erhalten und sei mit einem Computer und anderen Ausrüstungsgegenständen ausgestattet worden. Er wurde den Angaben zufolge 2008 festgenommen, als er gerade mit seiner Frau das Land habe verlassen wollen.

Ein zweiter Gefangener wurde hingerichtet, weil er mit einer "terroristischen" Oppositionsgruppe zusammengearbeitet haben soll. Ali Saremi habe frühere Mitglieder der militanten Volksmudschaheddin bei staatsfeindlichen Aktivitäten unterstützt, hiess es. Iran stuft die Gruppe als Terrororganisation ein und macht sie für mehrere Mordanschläge auf hochrangige Politiker verantwortlich.

Der in Paris ansässige Nationale Widerstandsrat, der Dachverband der iranischen Opposition, bestätigte die Hinrichtung Saremis. Sie spiegle nur die Unfähigkeit und die Frustration des Regimes wider, das sich dem Protest der iranischen Jugend und der Opposition ausgesetzt sehe. In der Erklärung des Widerstandsrates hiess es weiter, Saremi sei bis zu den letzten Tagen seines Lebens starkem Druck ausgesetzt gewesen und gefoltert worden.

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