Ägypten

Mubarak gab laut Armee-General keinen Schiessbefehl bei Protesten

Husni Mubarak im Jahr 2001 (Archiv)

Husni Mubarak im Jahr 2001 (Archiv)

Der frühere ägyptische Präsident Husni Mubarak hat nach Aussage des obersten Armee-Generals keine Schüsse auf Demonstranten angeordnet.

"Wir wurden nicht beauftragt, auf das Volk zu schiessen und werden das auch nie machen", zitierte die staatliche Nachrichtenagentur Mena am Sonntag Feldmarschall Mohammed Hussein Tantawi, der Vorsitzender des regierenden Militärrates ist.

Mubarak, unter dem Tantawi Verteidigungsminister war, wird derzeit der Prozess gemacht. Er soll den Einsatz von scharfer Munition gegen Demonstranten autorisiert haben. Während gewaltsamer Proteste gegen die Herrschaft Mubaraks kamen rund 850 Menschen ums Leben. Zudem werden Mubarak Amtsmissbrauch und Korruption vorgeworfen. Ihm droht die Todesstrafe.

Tantawi sagte im September hinter verschlossenen Türen und unter Ausschluss der Medien im Prozess gegen Mubarak aus. Die von Mena veröffentlichten Zitate sind ein ersten Hinweis auf den Inhalt seiner Aussage. Mubaraks Verteidigern zufolge ist diese entscheidend für das Schicksal Mubaraks.

Unter dem Eindruck einer zunehmenden Ungeduld in der Bevölkerung hatte der Militärrat am Wochenende Zugeständnisse auf Forderungen nach rascheren demokratischen Reformen angeboten. Die Militärs haben zugesichert, die Macht zügig an Zivilisten zu übergeben.

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