In einer Umfrage hätten 56 Prozent gesagt, ein Springbrunnen und eine Grünanlage seien ihnen dort lieber als die 1991 abgetragene Statue, so das staatliche Meinungsforschungsinstitut Wziom am Donnerstag. 37 Prozent der 1200 Befragten waren gegenteiliger Ansicht.

Das Ergebnis ist nicht unwichtig. Die russische Hauptstadt erwägt derzeit ein Referendum darüber, ob die elf Tonnen schwere Bronzeskulptur von Dserschinski (1877-1926) wieder vor der Zentrale des Inlandsgeheimdienstes FSB am Lubjanka-Platz aufgestellt wird.

Die Menschenrechtsorganisation Memorial sprach von einem erfreulichen Ergebnis der Umfrage. "Der gesunde Menschenverstand existiert. Ich hoffe, die Behörden berücksichtigen die Meinung der Moskauer", sagte der Historiker Arseni Roginski von Memorial. Die Gesellschaft der Stadtarchitekten betonte, ein Springbrunnen eigne sich an der Stelle besser als die Statue, die derzeit in einem Skulpturenpark steht.

Menschenrechtler kritisieren die mögliche Rückkehr als Beleidigung der Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft. Dserschinski war auch Namenspatron des gefürchteten Wachregiments der DDR-Staatssicherheit.