Ukraine

Moskau gibt Startschuss für Krim-Brücke auf russisches Territorium

Russische Flagge und Soldat vor Regierungsgebäude auf der Krim

Russische Flagge und Soldat vor Regierungsgebäude auf der Krim

An der russischen Küste nahe der Halbinsel Krim kommt es zu einem Aufmarsch gepanzerter Fahrzeuge. Diese bezögen Stellung bei einem russischen Fährhafen an einem nur wenige Kilometer breiten Kanal, der die Krim von Russland trennt.

Das sagte ein Sprecher der Grenztruppen am Montag. Russische Schiffe hätten zudem mit Manövern im Schwarzen Meer vor Sewastopol begonnen. Die russische Schwarzmeerflotte ist in der Hafenstadt auf der Krim stationiert. Auf der Krim werde zudem das Mobilfunknetz teilweise durch Russland blockiert.

Russland hat am Wochenende faktisch die Kontrolle über die Krim übernommen, das Parlament in Moskau genehmigte einen Militäreinsatz in der Ukraine. Seither wächst die Angst vor militärischen Zusammenstössen.

Der neue prorussische Krim-Regierungschef Sergej Aksjonow verteidigte derweil die Machtübernahme auf der Schwarzmeer-Halbinsel. In der ukrainischen Hauptstadt Kiew hätten Politiker auf dem Maidan zuletzt das Volk aufgerufen, die Macht in die eigenen Hände zu nehmen.

"Nun, das Volk hat sie genommen", sagte Aksjonow in einem am Montag veröffentlichten Interview der russischen Regierungszeitung "Rossijskaja Gaseta". Was für die Hauptstadt Kiew gelte, müsse auch für die Autonome Republik Krim gelten, betonte er.

Krim-Regierungschef Aksjonow sagte, dass ein für den 30. März geplantes Referendum über den Status der Halbinsel entscheiden werde. Dabei könnte es zur Abspaltung von der Ukraine kommen. Er sicherte der muslimischen Minderheit der Tataren umfangreiche Rechte zu.

Russische Flagge weht über Donezk

Pro-russische Demonstranten besetzten am Montag das Gebäude der Regionalregierung in der ostukrainischen Stadt Donezk. Sie drangen in die erste Etage des elfstöckigen Gebäudes vor. Auf dem Gebäude weht bereits seit drei Tagen eine russische Flagge.

Hunderte vor dem Regierungsgebäude versammelte Demonstranten schwenkten russische Fahnen und riefen "Putin komm". Der Anführer der Proteste verlangte, das Parlament in Kiew für unrechtmässig zu erklären und einen pro-russischen Gouverneur für Donezk zu ernennen. Diesem sollten alle Sicherheitskräfte unterstellt werden. Donezk ist die Heimatstadt des gestürzten Präsidenten Viktor Janukowitsch.

In vielen Städten im Osten und im Süden der Ukraine kommt es seit Samstag zu pro-russischen Kundgebungen.

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