Eine Haftentlassung nach 15 Jahren ist so gut wie ausgeschlossen. Der Angeklagte habe Mirco "entführt, missbraucht und ermordet", sagte der Vorsitzende Richter Herbert Luczak. Wie es zu der Tat kommen konnte, habe sich in der Verhandlung nicht verlässlich klären lassen. Der Täter hatte verschiedene Versionen zum Tatablauf vorgetragen.

Der Junge aus Grefrath am Niederrhein war am 3. September vergangenen Jahres auf dem Nachhauseweg entführt worden. Fünf Monate später gestand der nun verurteilte Manager die Tat und führte die Ermittler zur Leiche des Kindes.

Mann gesteht die Tat vor Gericht

Auch vor Gericht legte der Mann ein Geständnis ab. Ein Gutachter stufte den bis dahin unbescholtenen Familienvater als voll "schuldfähig ein. Vermutlich sei er ein sadistisch-perverser Täter.

Auch dass sich die Tat als Reaktion auf eine Stresssituation im Beruf ereignet habe, sei nicht der Fall, erklärte der Richter. Damit widersprach er Angaben des Verurteilten, er habe die Tat begangen, weil er nach einem Streit mit einem Vorgesetzten Stress abbauen musste.

Die Staatsanwaltschaft hatte dem Verurteilten vorgeworfen, den Tod des Jungen entgegen seiner Behauptungen von Anfang an geplant zu haben. Deshalb müsse die besondere Schwere der Schuld festgestellt werden. Das verlängert die Haftdauer in der Regel um fünf bis sechs Jahre.