Erst am Montag haben etwa 400 Mitarbeiter des Atomkraftwerks Fessenheim mit einem Streik gegen dessen Schliessung protestiert. Die Gewerkschaften hatten zu einem «unbegrenzten Streik» aufgerufen. Im grenznahen AKW arbeiten etwa 850 Angestellte des Energiekonzerns EDF und 250 Leiharbeiter.

In einem offenen Brief an den Verwaltungsrat des Unternehmens hatten die Gewerkschaften zuvor die Schliessung als «unverantwortlich» bezeichnet. Die mit der französischen Regierung ausgehandelte Entschädigung von rund 400 Millionen Euro decke in keinem Fall den Schaden des Unternehmens.

Der Verwaltungsrat soll heute entschieden haben, eine Entschädigungsvereinbarung des französischen Staats zu billigen. Das berichten informierte Kreise.

Die Stilllegung war ein Wahlkampfversprechen von Präsident François Hollande, der im Frühjahr aus dem Amt scheidet. Der Termin hatte sich immer weiter verschoben, obwohl es über die Sicherheit von Frankreichs ältestem noch laufenden Atomkraftwerk seit langem Streit gibt. Zuletzt war 2018 als Datum im Gespräch.

Das AKW ist zwar nicht geschlossen, aber Strom produziert es deshalb derzeit trotzdem nicht. Wegen Unregelmässigkeiten bei der Herstellung der Dampfgeneratoren ist Block 1 bis 3. Januar vom Netz – Block 2 bereits seit Juni und voraussichtlich noch bis kommenden März. (psc/zam)