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Mit der Dürre nimmt die Kritik an Nestlés Wassergeschäft in Kalifornien zu

Nestlé macht mit dem Wassergschäft im von Dürren geplagten US-Bundesstaat Kalifornien gutes Geld. (Archiv)

Nestlé macht mit dem Wassergschäft im von Dürren geplagten US-Bundesstaat Kalifornien gutes Geld. (Archiv)

Der Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestlé gerät in Kalifornien zunehmend in die Kritik, wie die „Schweiz am Sonntag“ berichtet. Die Non-Profit-Organisation Courage Campaign eine Petition mit 135 000 Unterschriften bei der Regierung eingereicht.

 Darin wird Nestlé aufgefordert, sein Wassergeschäft einzustellen. Grund für die Schelte ist Kaliforniens vierte Dürreperiode in Folge. Gouverneur Jerry Brown hat Alarm geschlagen und seinen Bürgern erstmals Restriktionen auferlegt. Für viele Kritiker ist der Feind ausgemacht: Nestlé Waters, die Nummer eins im US-Mineralwassergeschäft mit ihren Marken wie Pure Life oder Arrowhead.

«Wir stellen vor allem Nestlé heraus, weil es der ungeheuerlichste Fall ist, den wir bei Abfüllfirmen angetroffen haben», sagt Eddie Kurtz, Direktor der Courage Campaign in der „Schweiz am Sonntag“. Nestlé pumpe wertvolles Grundwasser in Kaliforniens Wüste ab, einem bereits geschädigten Ökosystem. Manche Einwohner hätten gar keinen Zugang mehr zu gutem Hahnenwasser.

Besonders Nestlés Abfüllanlage in Cabazon, im Süden Kaliforniens, ist in der Kritik. Sie liegt im autonomen Reservat des Indianerstamms Morongo Band of Mission Indians. Nestlé hat mit den Indianern 2005 einen 25 Jahre dauernden Vertrag abgeschlossen zum Erwerb von Grundwasser, das aus den nahen Bergen und Canyons stammt. Nestlé-Sprecherin Meike Schmidt sagt, es gäbe regelmässig Treffen mit dem Stamm und einem neutralen Sachverständigen der Wasserbehörde, und man versuche weiter, Wasser einzusparen.

Das Abkommen mit dem Stamm schränke Nestlé in der öffentlichen Berichterstattung aber ein. So ist nicht bekannt, wie viele Dollar pro Liter an die Morongo-Indianer fliessen, die in der Region auch ein riesiges Casino und Spa-Resort betreiben. Die Westschweizer fühlen sich ungerecht behandelt. «Von 108 Flaschenwasserfabriken in Kalifornien betreibt Nestlé Waters fünf», sagt Schmidt in der „Schweiz am Sonntag“. Doch Nestlé verdient mit dem Wassergeschäft gutes Geld. Nestlé Waters erzielt eine Marge von 9,7 Prozent und trägt 8 Prozent zum Gesamtumsatz von 92 Milliarden Franken bei.

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