Der Einsturz ereignete sich nach Polizeiangaben etwa 80 Kilometer westlich der Hauptstadt Tokio im Sasago-Tunnel - mit 4,7 Kilometern einer der längsten Tunnel Japans. Die Feuerwehr musste sich ihren Weg durch Schutt und dichten Rauch bahnen.

Auf den Bildern einer im Tunnel angebrachten Videokamera war zu sehen, wie sich Feuerwehrleute durch die herabgestürzten Teile der Tunneldecke kämpften. Die Bergung der Eingeschlossenen und der Toten werde viel Zeit beanspruchen, sagte ein Feuerwehrsprecher.

Zwischenzeitlich wurden die Bergungsarbeiten wegen der Gefahr eines Einsturzes des gesamten Tunnels für mehrere Stunden ausgesetzt. Nach offiziellen Angaben wurden Stunden nach dem Unglück noch sieben Menschen vermisst. Die Rettungskräfte befürchteten, dass sie unter Betonteilen verschüttet worden sein könnten.

Dutzende Menschen konnten den Tunnel nach dem Unglück durch Notausgänge verlassen. Bei kaltem Winterwetter warteten sie in der bergigen Region auf Hilfe.

"Überall war schwarzer Rauch"

Eine 28-Jährige, die sich aus dem Tunnel retten konnte, sagte der Nachrichtenagentur AFP, sie habe mit fünf weiteren Menschen in einem Auto gesessen. Über deren Schicksal wisse sie nichts. Ein zwischen Trümmern eingeschlossener Lastwagenfahrer meldete sich telefonisch aus dem Tunnel.

Ein Mitarbeiter des japanischen öffentlich-rechtlichen Rundfunks NHK war in dem Tunnel unterwegs, als sich das Unglück ereignete. "Ich habe es geschafft, aus dem Tunnel hinauszufahren und dabei Fahrzeuge gesehen, die offensichtlich feststeckten", sagte er. Überall sei "schwarzer Rauch" gewesen.

Ein Mann, der zum Zeitpunkt des Unglücks gerade etwa 50 Meter tief in den Tunnel hineingefahren war, sagte NHK, er habe ein Fahrzeug in Flammen aufgehen sehen. "Ich bekam solche Angst, dass ich sofort mein Auto verlassen und dann eine Stunde gebraucht habe, um nach draussen zu gelangen", sagte der Mann.

Keine Defekte bei Routineinspektion

In dem Tunnel stürzten auf mindestens 110 Metern Länge Betonplatten, jede von ihnen anderthalb Tonnen schwer, auf die Fahrbahn und trafen mindestens zwei Autos. In Japan gibt es Tausende meist mehrere hundert Meter lange Tunnel, die in der Regel gut instand gehalten werden.

Die Betreibergesellschaft Central Nippon Expressway Co teilte mit, die Decke sei in V-Form eingestürzt. Bei einer Routineinspektion im September seien keinerlei Defekte entdeckt worden. Die Tunnelverbindung ist 35 Jahre alt.

Der Präsident der Tunnelgesellschaft, Takekazu Kaneko, entschuldigte sich bei einer Pressekonferenz am Firmensitz in Nagoya für den Unfall. "Es tut mir sehr leid, so einen schweren Unfall verursacht zu haben. Ich setzte nun alles daran, die zu retten, die drinnen zurückgeblieben sind", sagte Kaneko.