Syrien

Mindestens 57 Tote bei Angriffen auf Protesthochburgen in Syrien

Erste Verletzte konnten aus dem Krisengebiet gebracht werden

Erste Verletzte konnten aus dem Krisengebiet gebracht werden

Trotz der jüngsten internationalen Bemühungen um eine Waffenruhe hat Syriens Regime seine Offensive gegen die Gegner von Präsident Baschar al-Assad fortgesetzt. Am Samstag nahmen Regierungstruppen laut Aktivisten erneut Ziele in den Städten Homs und Hama unter Beschuss. Dutzende Menschen starben.

Das Internationale Komitee vom Rote Kreuz (IKRK) konnte unterdessen erste Verletzte aus den Krisengebieten bringen. Die vor wenigen Tagen in Homs verletzten Journalisten waren nicht unter ihnen.

Die französische Reporterin Edith Bouvier und der britische Fotograf Paul Conroy hatten am Mittwoch bei einem Artillerieangriff Verletzungen am Bein erlitten. Bei der Attacke waren die US-amerikanische Journalisten Marie Colvin und der französischen Fotograf Rémi Ochlik getötet worden.

Das IKRK setzt sich für eine täglich zweistündige Kampfpause ein, um die Menschen besser versorgen zu können. Der Nachrichtenagentur dpa sagte Hassan, die Verhandlungen mit Vertretern der syrischen Regierung und der Opposition seien wieder aufgenommen worden mit dem Ziel, alle Verletzten aus dem belagerten Baba Amro herauszubringen.

Blutkonserven fehlen

Landesweit kamen am Samstag nach Oppositionsangaben mindestens 57 Menschen ums Leben, 41 seien Zivilisten gewesen. Allen in Homs wurden 19 Menschen getötet. In der seit Wochen umkämpften Stadt dauerten die Gefechte weiter an.

Ein syrischer Aktivist sagte der Nachrichtenagentur dpa, Dutzende Geschosse seien auf das Viertel Al-Chalidija gefeuert worden. Die Zustände im Stadtteil Baba Amro von Homs sind laut Aktivisten unhaltbar. Hunderte Verletzte könnten nicht angemessen behandelt werden, weil unter anderem Blutkonserven fehlen.

Ungeachtet der bürgerkriegsähnlichen Zustände will Assad an diesem Sonntag über eine neue Verfassung für Syrien abstimmen lassen.

Obama für erhöhten Druck auf Assad

US-Präsident Barack Obama verlangte eine Erhöhung des internationalen Drucks auf die Führung in Damaskus. Er rief dazu auf, "jedes verfügbare Instrument" zu nutzen, um den "Massakern an Unschuldigen" in Syrien ein Ende zu setzen.

Es sei "absolut unerlässlich", dass die internationale Gemeinschaft eine "klare Botschaft" an Syriens Staatschef Baschar al-Assad sende.

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