Nach Angaben der deutschen Hilfsorganisation "Sea Watch" befanden sich die Flüchtlinge an Bord eines Schlauchbootes, das 40 Seemeilen von der libyschen Küste in internationalen Gewässern in Seenot geraten war. Ein Schiff der italienischen Küstenwache, das im Mittelmeer im Rahmen der EU-Mission "Sophia" im Einsatz ist, kam dem sinkenden Schlauchboot zu Hilfe.

Laut der im Mittelmeer bei der Flüchtlingsrettung aktiven Hilfsorganisation "Proactiva Open Arms" gebe es noch "Dutzende Vermisste". Die Suchaktion sei weiterhin im Gange.

Einige Menschen hätten Stunden im Wasser verbracht, bevor sie gerettet werden konnten. "Die Zählung der Toten im Mittelmeer in diesem Jahr 2018 hat begonnen", schrieb die Hilfsorganisation auf Twitter.

Seit dem Jahreswechsel wurden bereits mehr als 400 Menschen aus dem Mittelmeer gerettet und nach Italien gebracht. 2017 kamen insgesamt fast 120'000 Menschen über das Mittelmeer nach Italien. Das sind 34 Prozent weniger als 2016. Bei der Überfahrt in den meist seeuntauglichen Booten kamen im vergangenen Jahr laut der Internationalen Organisation für Migraton (IOM) mehr als 3000 Menschen ums Leben. Laut Experten ist die Dunkelziffer deutlich höher.