Bei der Explosion von drei selbstgebauten Sprengsätzen handle es sich um Terrorangriffe, erklärte das Innenministerium in Neu Delhi. Die Detonationen der selbstgebauten Sprengsätze ereigneten sich an besonders belebten Orten: Im Viertel Dadar in der Innenstadt, am berühmten Juwelier-Basar und im Geschäftsviertel Opera House.

Zum Zeitpunkt der Anschläge gegen 19 Uhr Ortszeit waren auf den Strassen der Millionenmetropole zahlreiche Menschen unterwegs. Viele kamen von der Arbeit oder erledigten ihre Einkäufe.

Massaker in Luxushotels

Auf Fernsehbildern der Tatorte war zu sehen, wie bewaffnete Polizei die Anschlagsorte abriegelten. Sollte sich die Einstufung als Terroranschlag bestätigen, wäre dieses der erste derartige Angriff seit im November 2008 in Mumbai. Damals wurden 166 Menschen getötet. Bewaffnete hatten unter anderem zwei Luxushotels gestürmt.

Die damaligen Angriffe wurden damals der aus Pakistan operierenden fundamentalistischen Organisation Lashkar-e-Taiba angelastet. Die bilateralen Beziehungen der beiden südasiatischen Atommächte waren nach den Anschlägen an einem Tiefpunkt angelangt.

Inzwischen haben sich beide Seiten auf diplomatischer Ebene jedoch wieder angenähert. Die pakistanische Regierung sprach kurz nach den Explosionen am Mittwoch ihr Beileid aus. Auch US-Präsident Barack Obama verurteilte die Taten und bot Hilfe bei den Ermittlungen an.

Anschläge auf Pendlerzüge

Auch zuvor war Mumbai bereits wiederholt Schauplatz blutiger Anschläge. So starben bei einer Serie von Bombenanschlägen am 11. Juli 2006 auf Bahnhöfen und in mehreren Pendlerzügen insgesamt 209 Menschen, mehr als 700 weitere wurden verletzt. Auch damals machte die Regierung Lashkar-e-Taiba für die Gewalttaten verantwortlich.