Nigeria

Mindestens 20 Tote bei Gewalt im Norden Nigerias

Krisengebiet: Polizisten in Maiduguri (Archiv)

Krisengebiet: Polizisten in Maiduguri (Archiv)

Im Norden Nigerias sind bei möglicherweise islamistisch motivierten Gewalttaten am Sonntag mindestens 20 Menschen getötet worden. Allein in einem überwiegend von Polizisten besuchten Biergarten in Maiduguri wurden bei einem Bombenanschlag mindestens zehn Menschen getötet.

Mehrere weitere wurden verletzt, wie ein Vertreter der Sicherheitskräfte sagte. Der Sprengsatz sei mitten im Biergarten platziert gewesen.

Solche "Mammy Markets" genannten Biergärten sind Orte im Freien, wo es Bier- und Essensstände gibt. Sie sind traditionell ihn der Nähe von Polizei- und Militärkasernen angesiedelt, sind aber auch für Zivilisten zugänglich.

Erst eine Woche zuvor hatte es in der Stadt Maiduguri einen Bombenanschlag auf einen zivilen Biergarten gegeben, bei dem 25 Menschen starben und 30 verletzt wurden.

Wenige Stunden vor dem Bombenanschlag wurde in Maiduguri ein Politiker der Regierungspartei ANPP in der Nähe seines Hauses erschossen. Zwei bewaffnete Motorradfahrer, mutmassliche Islamisten, hätten Mustapha Ba'le in den Kopf geschossen und seien weggerast, sagte ein ranghoher Polizist.

Kampf für islamischen Staat

Zudem seien in der Stadt in der Nacht zum Sonntag Angreifer zu verschiedenen Häusern gegangen und hätten gezielt neun weitere Menschen getötet, darunter drei Polizisten. Der Polizist bezeichnete es als "offensichtlich", dass die Täter der islamistischen Gruppe Boko Haram angehörten.

Boko Haram hat in der Vergangenheit mehrere Anschläge im Norden Nigerias verübt. Am 29. Mai, dem Tag der Vereidigung des nigerianischen Präsidenten Goodluck Jonathan, bekannte sich die Gruppe zu einem Anschlag auf einen Biergarten in der nördlichen Stadt Bauchi, bei dem 13 Menschen getötet wurden.

Boko Haram, was übersetzt "westliche Erziehung ist Sünde" bedeutet, strebt die Errichtung eines islamischen Staates im Norden Nigerias an. Dort leben überwiegend Muslime, während der Süden des Landes von Christen dominiert wird. Präsident Jonathan ist ein Christ aus dem Süden.

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