Türkei

Militanter Arm der PKK bekennt sich zu Anschlag in Istanbul

Eine PKK-Splittergruppe bekannte sich zum Bombenanschlag in der türkischen Hauptstadt (Archiv)

Eine PKK-Splittergruppe bekannte sich zum Bombenanschlag in der türkischen Hauptstadt (Archiv)

Eine Splittergruppe der türkischen Rebellenorganisation PKK hat sich zu dem Selbstmordanschlag von Istanbul bekannt. Die Freiheitsfalken Kurdistans (TAK) veröffentlichten am Donnerstag eine Erklärung auf ihrer Webseite - es habe sich um einen Racheakt gehandelt.

Die Gewalttaten würden so lange weitergehen, wie die gegen die Kurden gerichteten "Morde" des türkischen Staates nicht aufhörten, erklärten die TAK. Der Selbstmordattentäter Vedat Acar gehörte demnach zur Führung der Gruppe.

Die PKK selbst hatte sich von der Gewalttat vom Sonntag distanziert, bei der Acar getötet und 32 weitere Menschen verletzt wurden. Die TAK unterstrich, sie fühle sich nicht an die von der PKK bis zum Sommer kommenden Jahres verlängerte Waffenruhe gebunden.

Die Gruppe hatte vor einigen Monaten in Istanbul bei einem Anschlag auf einen Personalbus der türkischen Armee sechs Menschen getötet. Sie bekannte sich in den vergangenen Jahren auch zu tödlichen Anschlägen auf Touristen in den Urlaubsgebieten der Türkei. Der von Acar verübte Anschlag auf dem Taksim-Platz im Zentrum Istanbuls habe ausschliesslich der türkischen Polizei gegolten, hiess es.

Über die TAK ist wenig bekannt. Nach Angaben aus türkischen Sicherheitskreisen wurde die Gruppe von der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) gegründet. Die PKK habe sich ein Instrument schaffen wollen, um in den westlichen Teilen der Türkei Anschläge verüben zu können, ohne dafür verantwortlich gemacht zu werden. Die PKK bestreitet dies.

Der Selbstmordattentäter von Istanbul war nach türkischen Presseberichten im PKK-Hauptquartier im Norden Iraks ausgebildet worden. Mehrere Zeitungen druckten am Donnerstag Fotos, die Vedat Acar in der PKK-Zentrale zeigten.

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