Nahost

Militärschlag gegen Iran rückt laut Israels Präsident näher

Schimon Peres nimmt den Iran ins Visier (Archiv)

Schimon Peres nimmt den Iran ins Visier (Archiv)

Ein Militärschlag Israels und anderer Staaten gegen das iranische Atomprogramm wird nach Einschätzung des israelischen Präsidenten Schimon Peres immer wahrscheinlicher.

"Die Geheimdienste aller Länder wissen, dass die Zeit abläuft und warnen ihre Führer", zitierte die Zeitung "Haaretz" am Samstag aus einem Fernsehinterview mit dem Staatschef. Iran könne schon in sechs Monaten einen Atombombe haben.

Israel und der Westen vermuten seit langem, dass der Iran unter dem Deckmantel eines zivilen Atomprogramms auch Atombomben entwickelt. Der Iran hat das stets bestritten und für den Fall eines Angriffs eine "apokalyptische" Antwort angedroht.

Peres betonte, die Welt sei nun gegenüber Israel in der Pflicht, diese Atombestrebungen zu stoppen. "In der noch verbleibenden Zeit müssen wir die anderen Staaten der Welt zum Handeln drängen und ihnen sagen, dass es nun Zeit ist, die uns gegebenen Versprechen einzulösen, ihre Pflicht entweder durch harsche Sanktionen oder durch militärisches Handeln zu erfüllen", betonte er.

In Israel wird schon seit über einer Woche eine Debatte über das Für und Wider eines Militärschlags gegen Iran diskutiert. Die Bevölkerung ist gespalten. Die Angst, dass der Israel extrem feindlich eingestellte Iran Atomwaffen erlangen könnte, hält sich die Waage mit den unkontrollierbaren Folgen eines Angriffs, das einen Flächenbrand in der Region auslösen könnte.

Brisanter IAEA-Bericht

Immer wieder wurde in diesem Zusammenhang auf einen Bericht der internationalen Atomenergiebehörde IAEA in Wien hingewiesen, der kommende Woche vorgelegt werden soll.

Die darin womöglich enthaltenen Feststellungen zum iranischen Atomprogramm seien von grosser Bedeutung für das Vorgehen, hiess es in israelischen Medienberichten. Dazu sollen unter anderem Informationen zählen, die auf ein Computermodell eines Atomsprengkopfes hindeuten.

Auf einer Satellitenaufnahme sei weiter ein Stahlkörper zu sehen, in dem hochexplosiver Sprengstoff beispielsweise zur Zündung von Atombomben getestet werden könne, sagte ein Diplomat am Samstag in Wien. Allerdings gestatteten auch die neuen Details noch keine abschliessende Schlussfolgerung.

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