Rassismus

Michelle Obama wird als «Affe auf Absätzen» beschimpft – jetzt ist in den USA die Hölle los

Michelle Obama

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Pamela Ramsey Taylor aus dem US-Bundesstaat West Virginia bezeichnete First Lady Michelle Obama als Affe – und löste damit eine landesweite Kontroverse aus. Ihren Job ist sie los.

Clay ist eine kleine Gemeinde im US-Bundesstaat West Virginia. Keine 500 Personen wohnen in der Ortschaft. Und sie wäre weiterhin unbekannt, hätte sich Pamela Ramsey Taylor nicht auf Facebook rassistisch über First Lady Michelle Obama ausgelassen: "Es ist so erfreulich, dass wir wieder eine elegante, schöne und ehrwürdige First Lady im Weissen Haus haben. Ich bin es leid, diesen Affen auf Absätzen zu sehen", schrieb sie sinngemäss. 

In einem Facebook-Post wird First Lady Michelle Obama als "Affe in High-heels" bezeichnet. Mit Folgen.

In einem Facebook-Post wird First Lady Michelle Obama als "Affe in High-heels" bezeichnet. Mit Folgen.

Mit der neuen First Lady meint Pamela Ramsey Taylor die Frau des designierten Präsidenten, Melania Trump.

Als wäre dies nicht schon Anlass genug für Aufregung, doppelte die örtliche Gemeindepräsidentin Beverly Whaling nach: "Just made my day Pam" – du hast mir den Tag gerettet – kommentierte sie den Post.

Der Post ging in den USA sofort viral. Eine Online-Petition forderte sofort die Entlassung der beiden Frauen. Etwas über 100'000 Personen unterschrieben bis dato diese Forderung.

Die Washington Post und die New York Daily News berichteten, dass Pamela Ramsey Taylor am Montag entlassen worden sei. Sie führte eine örtliche Non-profit-Organisation, die älteren und einkommensschwachen Personen hilft. Gegenüber der lokalen Newsseite WSAZ, welche die Geschichte als erste veröffentlichte, sagte Pamela Ramsey Taylor: "Der Post könnte als rassistisch interpretiert werden, doch das war in keiner Art und Weise die Absicht."

November 2016: Michelle Obama lud ihre designierte Nachfolgerin Melania Trump zu Tee und Guetzli ins Weisse Haus in Washington ein.

November 2016: Michelle Obama lud ihre designierte Nachfolgerin Melania Trump zu Tee und Guetzli ins Weisse Haus in Washington ein.

Ihr Post wurde mittlerweile entfernt. Gegenüber WSAZ sagte Pamela Ramsey Taylor aus, sie wolle die Personen verklagen, die ihr dies alles angetan hätten. Es tue ihr leid, was passiert sei, doch was daraus entstand, sei ein Hassverbrechen gegen sie. Sie und ihre Kinder hätten Todesdrohungen erhalten.

Auch Clays Gemeindepräsidentin Beverley Whaling sagte gegenüber der Washington Post, dass es ihr leid tue. Ihr Kommentar sei nicht rassistisch gemeint gewesen. Sie wurde ihre Amtes enthoben.

Es ist nicht das erste Mal, dass Michelle Obama als Affe bezeichnet wird. Im März 2015 wurde deshalb der Fernsehmoderator Rodner Figueroa gefeuert, der beim grössten spanischsprachigen US-Sender Univision arbeitete.

Der Beleidigung von Michelle Obama folgte die Gegenaktion. Im Netz wurden erneut die Nacktbilder von Melania Trump verbreitet, die aus den Neunzigerjahren stammen. Auch diese Twitterin weist darauf hin: 

Twitterin Kimberly meint: Diese Bemerkung sei das Produkt des Hasses, den Donald Trump in America geschaffen habe.

Szenen einer Präsidentengattin:

Der Trump-Clan:

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