US-Wahlen

Michelle Obama kritisiert Trump scharf: «Anständige Menschen benehmen sich nicht so»

Michelle Obama: "Keine Frau verdient es, so behandelt zu werden"

Michelle Obama: "Keine Frau verdient es, so behandelt zu werden"

Von Vorwürfen sexueller Übergriffe in die Enge gedrängt, hat Donald Trump zu einem ungewöhnlich harten verbalen Rundumschlag ausgeholt. Trump bezeichnete am Donnerstag in Florida seine Gegenkandidatin Hillary Clinton als «kriminell». Sie sei auch Teil einer korrupten Elite, die nur den Status quo aufrechterhalten wolle, um weiter ausbeuterisch auf Kosten des Volkes Strippen ziehen zu können.

Zu dem korrupten Kreis gehörten auch zahlreiche Medienunternehmen, deren Veröffentlichungen von Clinton gesteuert würden, sagte Trump. Er selbst und seine Kandidatur seien eine "existenzielle Bedrohung" für dieses System. Deswegen werde er mit Vorwürfen überzogen. "Nichts davon ist wahr", sagte Trump.

Er kündigte rechtliche Schritte gegen die "New York Times" an. Die Zeitung denkt einem Statement zufolge nicht daran, ihre Position zu ändern. "Wir freuen uns darauf, in einem Gerichtssaal der Wahrheit die Ehre zu geben", hiess es von dem Blatt.

"Für das Establishment geht es bei dieser Wahl um Billionen von Dollar", sagte Trump. "Es gibt keine Lüge, die sie nicht verbreiten", betonte er mit Blick auf Hillary Clinton und ihren Ehemann, Ex-Präsident Bill Clinton. "Die Clintons sind Kriminelle, denkt daran, sie sind Kriminelle."

Die "New York Times" hatte am Vortag die Vorwürfe zweier Frauen publiziert, die sich vor Jahren von Trump bedrängt gefühlt hatten. In einem Fall soll er einer heute 74-Jährigen in einem Flugzeug an die Brust und unter den Rock gefasst haben.

Eine andere soll er ohne Einverständnis auf den Mund geküsst haben. Ein Reporterin schrieb, Trump habe sie an eine Wand gedrückt und innig geküsst. "Das soll ich gemacht haben? Schaut sie euch doch an", war seine Replik.

Video von Donald Trump mit vulgären Äusserungen

Video von Donald Trump mit vulgären Äusserungen

Vergangene Woche war ein Video mit obszönen Äusserungen Trumps an die Öffentlichkeit gelangt und hatte zu einem Sturm der Entrüstung auch in seiner eigenen Partei geführt.

Gegenoffensive von Michelle Obama

First Lady Michelle Obama hatte kurz vor dem Auftritt Trumps mit einer flammenden Rede einen Gegenpol gesetzt. Trumps Kommentare hätten sie im Mark erschüttert, sagte sie bei einer Veranstaltung in New Hampshire. Seine Kommentare seien schändlich und inakzeptabel.

"Das ist nicht mehr normal. Dies ist keine gewöhnliche Politik mehr", sagte Michelle Obama. "Anständige Menschen benehmen sich nicht so. Und sicher erst recht nicht jemand, der Präsident der Vereinigten Staaten werden möchte." Trumps Versuch, die Vorwürfe abzutun, sei eine Beleidigung für alle anständigen Männer.

Michelle Obama: "So verhält sich ein Politiker nicht"

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"Egal, welcher Partei man angehört - Demokraten, Republikaner, Unabhängige - keine Frau hat es verdient, so behandelt zu werden", sagte Michelle Obama. "Unsere Mütter und Grossmütter waren oft machtlos, wenn sie ihre Lebensumstände verändern wollten. Heute haben wir Frauen alle Macht, das Ergebnis dieser Wahl zu bestimmen."

US-Medien gilt die First Lady seit längerem als eine der mächtigsten und hilfreichsten Unterstützerinnen Hillary Clintons. "Eine der besten Rednerinnen dieses ganzen Wahljahres", hiess es am Donnerstag in Kommentaren. Gründe sind ihr untadeliger Ruf, ihre Ausstrahlung, ihr soziales Engagement und ihre rhetorischen Fähigkeiten.

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