Paul Manafort, der ehemalige Wahlkampfleiter von Präsident Donald Trump, ist am Dienstagabend von einem Bundesrichter in Alexandria (Virginia) des Steuer- und des Bankbetrugs für schuldig erklärt worden.

Die zwölf Geschworenen sprachen ihn in acht der insgesamt 18 Anklagepunkte für schuldig. In den übrigen zehn Punkten hingegen konnten sich die Mitglieder der Jury nicht auf ein Urteil einigen und Bundesrichter T.S. Ellis sprach von einem geplatzten Prozess («mistrial»). Manafort (69) war von Sonderermittler Robert Mueller beschuldigt worden, Einkommen aus seiner Tätigkeit als Wahlkampfstratege in der Ukraine dem amerikanischen Fiskus vorenthalten zu haben.

Manafort hatte lange Jahre für den pro-russischen Präsidenten und Ministerpräsidenten Wiktor Janukowitsch und seine politische Bewegung gearbeitet und damit eine zweistellige Millionensumme verdient.

Manafort droht nun eine mehrjährige Gefängnisstrafe. Hinzu kommt, dass im kommenden Monat in Washington ein weiterer Prozess gegen ihn stattfinden wird, ebenfalls angestrengt durch Sonderermittler Mueller. Dieser wird sich um verborgene Lobby-Arbeit des ehemaligen Wahlkampfleiters Trumps drehen.

Fast zur gleichen Zeit hat am Dienstag in New York der ehemalige Vertrauensanwalt von Donald Trump vor Bundesgericht in New York ein umfassendes Schuldeingeständnis abgelegt. Michael Cohen (51), der sich lange Jahre als Ausputzer des heutigen Präsidenten aufspielte, bekannte sich unter anderem für schuldig, mit einer Schweigegeldzahlung an die Porno-Darstellerin Stormy Daniels – die den bürgerlichen Namen Stephanie Clifford trägt – im Herbst 2016 die amerikanischen Wahlkampffinanzierungsgesetze verletzt zu haben.

Wenige Tage vor dem Urnengang vor zwei Jahren bezahlte Cohen der heute 39-Jährigen 130'000 Dollar und verpflichtete sie, über eine allfällige Affäre mit Trump – die sich vor mehr als einer Dekade ereignet haben soll – Stillschweigen zu bewahren. Stormy Daniels hatte zuvor angedeutet, dass sie über ihre Affäre mit dem verheirateten Republikaner, der im Jahr 2006 erneut Vater geworden war, öffentlich auspacken wolle.

Anzunehmen ist, dass ein solches Eingeständnis sich negativ auf die Wahlchancen des heutigen Präsidenten ausgewirkt hätten. Cohen sagte vor Gericht, er habe die Zahlung an Stormy Daniels – und eine ähnliche Schweigegeldzahlung an eine weitere Ex-Geliebte Trumps – «in Koordination» mit Trump ausgeführt und der heutige Präsident habe von der Transaktion Kenntnis gehabt.

Cohen, der sich auch des Steuerbetrugs für schuldig erklärt hatte, droht nun eine mehrjährige Gefängnisstrafe.