Präsidentenflugzeug

Mexiko verscherbelt seinen «Palast der Lüfte» – Trump hat schon abgesagt

Mexikos Präsident Andres Manuel Lopez Obrador sucht Käufer für seine Luxus-Präsidenten-Maschine vom Typ Boeing 787.

Mexikos Präsident Andres Manuel Lopez Obrador sucht Käufer für seine Luxus-Präsidenten-Maschine vom Typ Boeing 787.

Der Präsidentenflieger kostet mehr als jener von Donald Trump. Die Mexikaner hassen ihn. Jetzt wird er verkauft – für einen guten Zweck.

Mexikos Linkspräsident Andrés Manuel López Obrador schlägt sich mit einer unbequemen Erblast seines Vorgängers herum: einem sündhaft teuren Präsidentenflieger vom Typ Dreamliner. Der «Palast der Lüfte» kostete einst mehr als 200 Millionen Franken. Er stellte die «Air Force One» des US-Präsidenten in den Schatten und wurde weidlich von Staatschef Enrique Peña Nieto (2012 bis 2018) und seiner Entourage genutzt.

López Obrador, als Reisemuffel und oberster Sparkommissar Mexikos bekannt, hat für den Luxusflieger keine Verwendung. «Ich würde mich schämen, in so ein Flugzeug zu steigen – in einem Land, in dem es so viel Armut gibt», sagte er.

Ein Jahr lang versuchte der mexikanische Staat, die Boeing 787-8 zu verkaufen – erfolglos. López Obrador bot sie seinen Kollegen Donald Trump (USA) und Justin Trudeau (Kanada) an. Beide haben abgelehnt. Nun wird der Flieger anderweitig verscherbelt: Sechs Millionen Lose à je 500 Peso (knapp 30 Franken) sollen bis September verkauft werden. Hundert Gewinner erhalten dann je rund eine Million Franken.

150 Millionen für arme Regionen

Mit der Aktion will die Regierung 150 Millionen einnehmen und damit die Leasingraten des Fliegers bezahlen. Die belasten den Fiskus noch knapp zehn Jahre. Mit dem Überschuss soll medizinisches Gerät und Krankenhaus-Mobiliar für besonders arme Regionen Mexikos angeschafft werden.

López Obradors Vorgänger Peña Nieto reiste gerne wie ein König zu Staatsbesuchen und nahm auch den Friseur seiner Frau auf Staatskosten mit. Für die Bevölkerung war der Flieger immer ein Symbol für alles, was in Mexiko falsch lief. Eine abgehobene Elite lebt in Saus und Braus, während fast die Hälfte der 120 Millionen Mexikaner in Armut lebt und mit wenigen Peso täglich auskommen muss. López Obrador setzt daher bewusst auf Enthaltsamkeit, fährt einen betagten VW und hat sich und seinen Spitzenbeamten die Gehälter halbiert.

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