Regierungssprecher Steffen Seibert sagte am Montag in Berlin: "Der Bundesverteidigungsminister geniesst das Vertrauen und die Unterstützung der Bundeskanzlerin. Daran hat sich nichts geändert". Guttenberg sei ein bewährter Minister, der weiter seine Arbeit tun solle.

Forschungsministerin Annette Schavan sagte allerdings, sie schäme sich für Guttenberg. Weitere Koalitionspolitiker meldeten sich wegen der Plagiats-Affäre um Guttenbergs Doktorarbeit kritisch zu Wort.

Kritik von Doktoranden

Mehr als 25'000 Doktoranden wandten sich in einem Brief an Merkel. Sie kritisieren darin, dass Merkel an Guttenberg als Minister festhält.

Der Verteidigungsminister sieht seine Arbeit nicht beeinträchtigt. "Ich habe dieses Amt auszufüllen und fülle das mit Freuden auch entsprechend aus", sagte Guttenberg in München. Für kommende Woche kündigte er nächste Schritte bei der Bundeswehr-Reform an.

Die Kanzlerin geht nicht von Vorsatz bei den massiven Fehlern in Guttenbergs Dissertation aus. "Die Frage des Betrugs ist eine Frage des Vorsatzes. Diesen Vorsatz hat der Bundesverteidigungsminister verneint. Die Kanzlerin glaubt ihm", sagte ihr Sprecher.

Merkel bleibt nach seinen Angaben weiter bei der Äusserung, sie habe Guttenberg nicht als wissenschaftlichen Assistenten berufen, sondern als Minister.

Der Regierungssprecher sprach angesichts massiver Kritik aus der Wissenschaft von einem sehr ernsten Vorgang. Die Kanzlerin könne die Erregung durchaus verstehen, teile aber nicht den Schluss, dass es sich um Missachtung der Wissenschaft handelt. Der Sprecher verwies darauf, dass die Universität Bayreuth den Vorwurf vorsätzlicher Täuschung durch Guttenberg prüft.

Die Opposition sieht weiterhin Guttenberg erheblich beschädigt. Grünen-Chefin Claudia Roth warf dem Minister eine Beschädigung des Wissenschaftsstandorts Deutschlands vor.